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Burger King: Erste Filialen machen dicht

München, Köln, Fulda : Burger King: Erste Filialen machen dicht

Wie erwartet gehen bei ersten von Franchiser Yi-Ko betrieben Burger-King-Restaurants die Lichter aus. Die Fast-Food-Kette liefert wegen des Rechtsstreits mit Yi-Ko keine frische Ware mehr. Auch Restaurants in der Region sind betroffen.

Der Grund für die Schließungen sei, dass die Filialen nicht mehr mit Ware beliefert würden, sagte Guido Zeitler, Referatsleiter für das Gastgewerbe bei der Gewerkschaft NGG, am Sonntag der dpa.

So schlossen Filialen etwa in München, Medienberichten zufolge auch in Fulda und Köln. In der Domstadt sei der Betrieb an der Schildergasse geschlossen worden, berichtet am Sonntag etwa der Kölner Express. In Leverkusen bekommen Fastfood-Fans seit Montag keine Burger-King-Burger mehr.

Mit der Kündigung mussten die Filialen umfirmieren und wurden nicht mehr von Burger King beliefert.

Im Aushang einer Filiale in München wurde die vorläufige Schließung auch mit einer einstweiligen Verfügung begründet, die Burger King gegen Yi-Ko erwirkt hatte. Demnach darf Yi-Ko das Firmenlogo von Burger King sowie Produktbezeichnungen nicht mehr nutzen. Außerdem stand auf dem Aushang mit Blick auf die Schließung: "Wir sind zuversichtlich, dass es sich dabei nur um eine kurze Zeit, im Idealfall von wenigen Tagen, handelt."

Ein Sprecher von Burger King hatte der dpa gesagt: "Wir haben eine Einstweilige Verfügung am Landgericht München erwirkt und sehen derzeit keinen Grund, auf die Durchsetzung zu verzichten". Yi-Ko hatte nach einem Bericht der "Rheinischen Post" Widerspruch gegen die Verfügung eingelegt. Die Entscheidung des Gerichts werde in dieser Woche erwartet.

NGG-Experte Zeitler sagte, es gebe die Chance, dass die Filialen unter einem neuen Betreiber fortgeführt werden könnten. Er hatte bereits gefordert: "Wir brauchen ganz schnell Klarheit, wie es mit den einzelnen Restaurants weitergeht."

Burger King erwartet allerdings keine baldige Lösung im Streit mit Yi-Ko. "Wir können nicht versprechen, dass und wie schnell es eine Lösung gibt", sagte Andreas Bork, der Deutschland-Chef von Burger King, der "Welt am Sonntag". Zwar werde derzeit mit Hochdruck daran gearbeitet, die 89 betroffenen Restaurants in eine neue Eigentümerstruktur zu überführen, um so viele der 3000 gefährdeten Arbeitsplätze wie möglich zu sichern. Die Situation sei aber hochkomplex. "Das hängt ganz maßgeblich von Yi-Ko ab. Wir sind nur der Franchisegeber. Sämtliche Mietverträge laufen über Yi-Ko und auch die Mitarbeiter sind dort angestellt", sagte Bork.

Bork erhob in dem Zeitungsinterview schwere Vorwürfe gegen Yi-Ko: "Es gab in den vergangenen Wochen wiederholt gravierende Verstöße gegen arbeitsrechtliche Vorschriften. Und das können wir beweisen." So seien tarifvertraglich vereinbarte Leistungen wie Urlaubsgeld und Zuschläge für Restaurantleiter nicht oder nicht vollständig ausbezahlt worden.

Unterdessen kündigte der Fernsehsender RTL an, am Montag (24.11.) in seinem Reportage-Magazin "Team Wallraff" das Ergebnis neuer Recherchen zu zeigen. RTL hatte Ende April über Missstände bei Yi-Ko berichtet.

Hier geht es zu einer Liste der Filialen, in denen Ergün Yildiz Franchisenehmer war.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Burger King: Erste Filialen schließen

(dpa)