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Konsumklimaindex steigt: Bürger kaufen trotz Schuldenkrise

Konsumklimaindex steigt : Bürger kaufen trotz Schuldenkrise

Berlin (RPO). Trotz Schuldenkrise und wachsender Rezessionsängste steigt die Stimmung der deutschen Verbraucher. Sie seien zwar durch die ungelöste Schuldenkrise verunsichert und befürchteten eine Konjunkturflaute, teilten die GfK-Marktforscher am Dienstag zu ihrer Umfrage unter rund 2000 Menschen mit.

Die Konsumenten schätzen ihre Finanzlage aber besser ein und wollen wieder mehr für Großeinkäufe ausgeben. "Eine gute Arbeitsmarktlage sowie spürbare Einkommenszuwächse der Beschäftigten sorgen derzeit für ausgezeichnete Rahmenbedingungen", erklärten die Nürnberger Experten. Ihr für November berechnetes GfK-Konsumklima steigt um 0,1 auf 5,3 Punkte und klettert damit erstmals seit März wieder. Von Reuters befragte Experten hatten im Schnitt mit einem Rückgang auf 5,1 Zähler gerechnet .

Seit dem Dreieinhalb-Jahreshoch im März von 6,0 Punkten hatte sich das GfK-Konsumklima wegen der bevorstehenden Konjunkturabkühlung und der verschärften Schuldenkrise stetig eingetrübt. "Die anhaltenden Diskussionen um die Staatsschuldenkrise sowie die drohende Insolvenz Griechenlands, die auch das Bankensystem belasten wird, verunsichern die Bevölkerung", sagte GfK-Experte Rolf Bürkl.

Viele europäische Staaten befänden sich in der Rezession oder stünden kurz davor. Zudem würden die strikten Sparprogramme vieler Handelspartner die deutschen Exporteure künftig belasten. "Die Furcht vor einem Übergreifen der Krise auf die Realwirtschaft in Deutschland lässt die Konjunkturerwartungen der Bürger deutlich absinken." Das GfK-Teilbarometer fiel erneut um elf auf minus 6,2 Punkte und sackte auf den tiefsten Stand seit August 2009.

Bürger sparen weniger

Für Zuversicht sorgen hingegen die gute Beschäftigungslage und die Lohnsteigerungen in diesem Jahr. Die Bundesregierung und die führenden Forschungsinstitute gehen davon aus, dass sich dies 2012 leicht abgeschwächt fortsetzt. "Diese Aussichten verringern die Angst vor Jobverlust und steigern die Hoffnungen auf Einkommenszuwächse auch im nächsten Jahr", erklärte die GfK. Ihr Indikator für Einkommenserwartung legte um 1,4 auf 36,5 Punkte zu.

In der Schuldenkrise steigt auch die Konsumbereitschaft der Menschen. Die Diskussionen um die Stabilität der gemeinsamen Währung sowie der Banken haben laut GfK das Vertrauen der Konsumenten in die Finanzmärkte erschüttert. "Folglich sind sie momentan weniger geneigt, Geld auf die hohe Kante zu legen, wie auch die stark rückläufige Sparneigung beweist", betonte Bürkl. Die Menschen tendierten eher dazu, ihr Geld in werthaltige Anschaffungen, wie Immobilien oder langlebige Gebrauchsgüter zu investieren, als es auf dem Finanzmarkt gegen niedrige Zinsen anzulegen.

Die sogenannte Anschaffungsneigung stieg im Oktober leicht um 1,5 auf 31,2 Punkte. Dies könnte zu Jahresende auch die Umsätze des Einzelhandels beflügeln. "Die Aussichten sind aus heutiger Sicht für das Weihnachtsgeschäft nicht so schlecht", sagte Bürkl zu Reuters TV.

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(RTR/felt)