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Wirtschaftskrise: Buchungseinbruch bei TUI

Wirtschaftskrise : Buchungseinbruch bei TUI

Die Wirtschaftkrise erreicht den Tourismus: Das TUI-Reisegeschäft leidet unter der Konjunkturflaute. Die Zahl der Buchungen aus Deutschland für den Sommer liegt zehn Prozent unter dem Vorjahresniveau, wie TUI Travel am Donnerstag in London mitteilte.

Dies bedeute einen Umsatzrückgang von elf Prozent. Dafür ist vor allem ein Einbruch beim gewinnbringenden Geschäft mit Pauschalreisen verantwortlich, das bei den Kunden hierzulande 14 Prozent verlor. Auch die anderen europäischen Märkte schwächeln.

Um weiter profitabel zu sein, kürzt das Unternehmen Kapazitäten und erhöht die Preise. Auf dem deutschen Markt bietet TUI nach eigenen Angaben für den Sommer insgesamt 14 Prozent weniger Plätze als im Vorjahr. Außerdem wurden die Preise im Pauschalgeschäft um zwei Prozent angehoben, im Flugbereich sogar um 15 Prozent. Das Geschäft von TUI Travel umfasst Pauschalreisen sowie den Billigflieger TUIfly.

Im Hinblick auf andere europäische Märkte verliert TUI am deutlichsten in den nördlichen Ländern, wo die Kundenzahl für den Sommer um 20 und der Umsatz um 12 Prozent zurückging. Der britische Markt brach bei den Buchungen um 19 und beim Umsatz um 10 Prozent ein, der Bereich Westeuropa verlor 14 beziehungsweise 13 Prozent.

Einzelne Preisaktionen

TUI betonte, die rückläufige Nachfrage verlaufe entsprechend der deutlich reduzierten Kapazitäten. Zu diesem Zeitpunkt seien beispielsweise in Deutschland 16 Prozent weniger Angebote frei als vergangenen Februar. Man erreiche damit trotz des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds die gewünschte Auslastung und erziele die angestrebten Margen. Damit sei auch den Sommer hindurch zu rechnen.

Dass TUI derzeit damit lockt, Rabatte von 200 Euro auf bestimmte Reisen bei Buchung bis 22. Februar zu geben und 10.000 Kinder gratis reisen zu lassen, habe nichts mit einer möglicherweise schlechten Auslastung zu tun, betonte ein TUI-Travel-Sprecher in Hannover. Es gebe immer einzelne Preisaktionen.

Bereits für die Wintersaison 2008/09 hatte das Unternehmen auf Preiserhöhungen und Drosselung der Angebote gesetzt: Durchschnittlich war eine Reise sieben Prozent teurer. Die Kapazitäten waren um 17 Prozent reduziert. Die Zahl der Kunden sank im Vergleich zum Vorjahr um elf Prozent, der Umsatz um fünf Prozent. Vor allem im Flugbereich gingen die Kundenzahlen zurück: Hier lag das Minus bei 26 Prozent.

Entscheidung über TUIfly bis Ende März

Über die Zukunft der wenig profitablen Airline TUIfly will das Unternehmen bis Ende März entscheiden, wie Volker Böttcher, Vorstandsmitglied bei TUI Travel, am Donnerstag im Rahmen einer Telefonkonferenz sagte. Es gebe verschiedene Optionen. Möglich ist einem Sprecher zufolge, die Airline auch weiterhin im Konzern zu halten, dann allerdings mit reduzierter Flotte. Außerdem gebe es Gespräche mit Air Berlin.

TUI Travel PLC ging aus dem Zusammenschluss von TUI und dem erfolgreichen britischen Konkurrenten First Choice hervor. Die TUI Ag hält 51 Prozent an dem Unternehmen.

(AP)