Brüssel: EU erlaubt Strom-Deal von RWE und Eon

Grünes Licht aus Brüssel : EU erlaubt Strom-Deal von RWE und Eon

Grünes Licht für den Energiekonzern RWE: Die EU-Kommission legt dem Unternehmen bei der Übernahme von Öko- und Atomstrom-Geschäften des Konkurrenten Eon keine Steine in den Weg.

Die Behörde habe die Übernahme von Eon-Aktivitäten ohne Auflagen genehmigt, teilte sie am Dienstag mit. Das Bundeskartellamt billigte zudem die Übernahme einer Beteiligung an Eon durch RWE. Der Versorger begrüßte die Entscheidung der Wettbewerbshüter. RWE und Eon hatten vor einem Jahr eine komplexe Transaktion vereinbart, die auch auf die Zerschlagung der Ökostrom-Tochter Innogy abzielt. Eon will im Zuge der Vereinbarung das Vertriebs- und Netzgeschäft von Innogy übernehmen. Die Prüfung des Erwerbs der Mehrheitsbeteiligung an Innogy durch Eon dauert in Brüssel indes noch an.

Die beiden Versorger hatten vereinbart, dass RWE im Zuge der Transaktion alle erneuerbaren Energieaktivitäten von Eon übernimmt. Eon-Anteile an den von RWE betriebenen Kernkraftwerken Emsland und Gundremmingen wechseln ebenfalls den Besitzer. Zudem übernimmt RWE einen Anteil von 16,67 Prozent an Eon. Die Pläne würden den Wettbewerb auf den Märkten für Stromerzeugung und -großhandel nicht behindern, erklärten die EU-Wettbewerbshüter. Der Marktanteil von RWE - knapp über 20 Prozent - steige dadurch nur sehr gering. Zudem müssten die Atomkraftwerke bis spätestens Ende 2022 stillgelegt werden.

Das Bundeskartellamt, mit dem die EU-Kommission bei der Prüfung eng zusammenarbeitete, genehmigte die Übernahme des Eon-Anteils durch RWE. "Es entstehen keine wettbewerblichen Probleme bei der Stromerzeugung und dem Erstabsatz von Strom", erklärte der Chef der Bonner Behörde, Andreas Mundt.

"Mit diesen Entscheidungen ist ein weiterer Meilenstein erreicht, um RWE zu einem global führenden Unternehmen im Geschäft mit Erneuerbaren Energien zu machen", erklärte RWE-Finanzvorstand Markus Krebber.

Der bislang stark auf Kohlekraftwerke setzende RWE-Konzern will sich mit dem Deal grüner aufstellen. "Nach Vollzug der Transaktion wird RWE zu einem global führenden Unternehmen im Geschäft mit Erneuerbaren Energien. 60 Prozent des Stroms werden dann aus Quellen mit nur geringen oder gar keinen CO2-Emissionen stammen", hatte RWE angekündigt. Erklärtes Ziel sei es, dieses Geschäft weiter global auszubauen und dafür jährlich bis zu 1,5 Milliarden Euro netto zu investieren. Eon will sich hingegen aus der Stromproduktion zurückziehen und setzt auf den Vertrieb von Strom und Gas und auf das Geschäft mit den Netzen und Leitungen. Die gesamte Transaktion wollen die Versorger bis Ende 2019 abgeschlossen haben.

(felt/Reuters)
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