Briefporto 2019: Briefe könnten bald bis zu 90 Cent kosten

Erhöhung genehmigt : Briefe könnten bald deutlich teurer werden

Wer Briefe verschickt, muss dafür künftig möglicherweise deutlich mehr zahlen. Die Bundesnetzagentur hat den Weg für Portoerhöhungen der Deutschen Post freigemacht. Zum 1. Juli könnte der Preis für Briefmarken bereits um mehr als 10 Prozent steigen.

Die Regulierungsbehörde gab am Donnerstag in Bonn den Erhöhungsspielraum für neue Briefentgelte im Zeitraum bis Ende 2021 bekannt. Demnach könnte die Post bei einer Preiserhöhung zum 1. Juli von einem Erhöhungspotenzial von 10,63 Prozent Gebrauch machen.

Derzeit beträgt das Briefporto für den Standardbrief 70 Cent. Für eine Erhöhung müsste die Post einen konkreten Antrag bei der Bundesnetzagentur stellen. Dabei müsste das Unternehmen auch die Verteilung des Erhöhungsspielraums auf einzelne Produkte konkret angeben.

In welchem Umfang daher das Porto letztlich tatsächlich ansteigen wird, ergibt sich aus der Mitteilung der Behörde noch nicht. Für den Standardbrief könnte die Erhöhung aber auch deutlicher ausfallen, solange insgesamt der Preisrahmen eingehalten wird. In Medienberichten war in den vergangenen Monaten von 80 bis zu sogar 90 Cent für den Standardbrief die Rede gewesen. Auch in Branchenkreisen ist von bis zu 90 Cent Briefporto die Rede.

Bereits im Januar hatte die Bundesnetzagentur einen ersten „Preiserhöhungsspielraum“ vorgeschlagen, damals waren es nur 4,8 Prozent. Dies war der Post zu wenig, sie drohte indirekt mit Job-Abbau. In der Bundesregierung stieß der ehemalige Staatsmonopolist mit seinem Anliegen auf Verständnis: Das Bundeswirtschaftsministerium brachte eine Verordnungsänderung auf den Weg, woraufhin die Netzagentur neu rechnen musste und dann auf den höheren Wert kam. Von Konkurrenten der Post kam scharfe Kritik - sie sehen den Bonner Konzern von der Bundespolitik begünstigt.

Hier erhalten Sie ausführliche Infos zum aktuellen Briefporto 2019.

Ursache für die nun deutliche Vergrößerung des Spielraums ist in erster Linie eine Änderung der Entgeltregulierungsverordnung durch die Bundesregierung vom März. Damit wird der Gewinnzuschlag für die Post anders berechnet.

Ermittelt wurde von der Regulierungsbehörde nun ein Spielraum von 8,86 Prozent, der sich der Mitteilung zufolge aus einer Produktivitätsrate von minus 5,41 Prozent und einem Inflationsausgleich von 3,45 Prozent ergibt. „Weil die Deutsche Post AG Preisanhebungen nicht bereits zum 1. Januar 2019 vornehmen konnte, wird die Preisänderungsrate zusätzlich um rund 0,3 Prozentpunkte pro Monat korrigiert“, erklärte zudem die Bundesnetzagentur. Daraus ergebe sich der Wert von 10,63 Prozent.

„Neben dem höheren Gewinnsatz berücksichtigt die Entscheidung auch die Auswirkungen der von der Deutschen Post Mitte 2018 angekündigten Umstrukturierungs- und Effizienzsteigerungsmaßnahmen“, hieß es weiter. Dabei geht es um höhere Kosten, die das Unternehmen dafür geltend gemacht habe, dass etwa 5000 zusätzliche Mitarbeiter in der Zustellung eingesetzt werden sollten. „Die Bundesnetzagentur wird kontrollieren, dass die angekündigten Neueinstellungen auch tatsächlich erfolgen“, erklärte dazu die Behörde.

(hebu/AFP/dpa)
Mehr von RP ONLINE