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Brady Dougan: Credit-Suisse-Chef tritt laut Insider-infromationen zurück

Credit-Suisse-Chef : Brady Dougan tritt zurück

Überraschung bei der Credit Suisse: Der Chef der Schweizer Großbank, Brady Dougan, tritt Ende Juni 2015 zurück. Nachfolger wird der Chef des britischen Versicherers Prudential, Tidjane Thiam, teilte Credit Suisse am Dienstag mit.

Dougan gehört wie Jamie Dimon von JP Morgan und Lloyd Blankfein von Goldman Sachs zu den wenigen Chefs von internationalen Großbanken, die nach der Finanzkrise im Amt geblieben sind. Der in den USA geborene Dougan ist seit 2007 auf dem Chefposten von Credit Suisse. Wie er das zweitgrößte Geldhaus der Schweiz durch die Turbulenzen nach der Lehman-Pleite lenkte, brachte ihm den Applaus von Investoren ein. Rücktrittsforderungen kamen allerdings im vergangenen Jahr auf, nachdem sich Credit Suisse im Steuerstreit mit den US-Behörden auf einen Vergleich geeinigt hatte. Die Bank zahlte die höchste Geldstrafe in der Schweizer Bankengeschichte und gab ein Schuldbekenntnis ab, sicherte sich dafür aber die wichtige Lizenz in New York.

Außerdem gab es Kritik an Dougan, weil er anders als der heimische Rivale UBS an seiner Strategie im Investmentbanking festhielt. Bei Prudential wurde dem Sender Sky News zufolge bereits der Nachfolger für den scheidenden Konzernchef Thiam bestimmt. Der Verwaltungsrat habe sich für Mike Wells entschieden, den Chef der US-Tochter Jackson National Life Insurance. An der Börse in Hongkong wurde die Prudential-Aktie vom Handel ausgesetzt wegen einer bevorstehenden wichtigen Unternehmensmitteilung.

(REU)