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600 Beschäftigte betroffen: Bombardier schließt Werk in Aachen

600 Beschäftigte betroffen : Bombardier schließt Werk in Aachen

Der kanadische Zughersteller Bombardier will sein Werk in Aachen mit 600 Beschäftigten schließen. Grund sei die "schwierige Auftragslage", sagte der Sprecher von Bombardier Transportation, Immo von Fallois, am Donnerstag.

Betroffen seien 400 eigene Beschäftigte und 200 Leiharbeiter. Den 400 Bombardier- Beschäftigten sollen Arbeitsplätze im Konzern angeboten werden. Der Zeitpunkt der Schließung hänge vom Abschluss zweier größerer Aufträge ab. Aachen sei der einzige von zehn Standorten in Deutschland, den es treffen soll. Der Konzern leidet unter einer Durststrecke im Bahngeschäft.

Betriebsrat und Gewerkschaft IG Metall wollen mit der Konzernleitung über ein Zukunftskonzept für Aachen verhandeln. Bombardier habe insgesamt ein Auftragsvolumen von fünf Milliarden Euro weltweit im Zugbau. "Das kann nicht sein, dass man Aachen nicht auslasten kann, wenn man das will. Das ist eine politische Entscheidung", sagte der Aachener Gewerkschaftschef, Franz-Peter Beckers.

Aachen hänge stark von dem jetzt stagnierenden niederländischen Markt ab, sagte von Fallois: "Aachen hat gute Arbeit gemacht, aber zu wenig Aufträge." Der Konzern habe versucht, die geringe Arbeitsauslastung beispielsweise durch Übertragung von Aufträgen aus anderen Werken zu kompensieren. "Aber wir müssen feststellen, dass diese Maßnahmen nicht zu Verbesserung der Gesamtsituation beigetragen haben."

Zwei große Aufträge für die Stuttgarter S-Bahn und für die S-Bahn Rhein-Main sollen noch abgearbeitet werden. Aus diesem Grund stehe noch nicht fest, wann genau das Werk dichtgemacht wird.

Bombardier müsse sich darauf einstellen, dass diese Aufträge nicht fristgerecht über die Bühne gingen und das Unternehmen Strafen in Millionenhöhe zahlen müsse, sagte Beckers. "Hier wird es keine Überstunden mehr geben." Das Werk arbeite zur Zeit mit einer Auslastung von 120 Prozent. Die Belegschaft wurde in einer Betriebsversammlung informiert. Die Arbeitnehmer kündigten eine Mahnwache vor dem Werk an.

(lnw)