BMW widerspricht Vorwurf - Diskriminierung am Arbeitsplatz

Unternehmen widerspricht Vorwürfen : Aufregung um angebliches Türkisch-Verbot in BMW-Werk

In einem Fahrzeug-Aufbereitungszentrum soll ein Vorarbeiter türkisch-deutschen Mitarbeitern verboten haben, auf Türkisch zu sprechen. Der Konzern sagt, es habe lediglich eine auf Arbeitsthemen bezogene „Bitte“ gegeben.

Der Münchener Autobauer BMW zählt nicht nur zu den größten, sondern auch zu den internationalsten Arbeitgebern des Landes. Allein in Deutschland zählt der Konzern laut eigenen Angaben Mitarbeiter aus 120 verschiedenen Nationen. Trotzdem gibt es jetzt Diskriminierungsvorwürfe gegen die Münchener.

Wie die „Bild“-Zeitung (kostenpflichtiger Inhalt) berichtet, soll ein Vorarbeiter eines BMW-Fahrzeug-Aufbereitungszentrums in Garching (bei München) türkisch-deutschen Mitarbeitern verboten haben, auf der Arbeit Türkisch zu sprechen. Zuvor soll der Chef rund 20 türkisch-deutsche Kollegen in die gleiche Schicht versetzt haben. Demnach sei auf der Arbeit von nun an nur noch Deutsch erlaubt. Die betroffenen Mitarbeiter fühlten sich diskriminiert, hätten sich beschwert.

Eine Beschwerde soll es tatsächlich gegeben haben. Auf Anfrage unserer Redaktion bestreitet BMW-Sprecher Jochen Frey allerdings die Vorwürfe: „Den Mitarbeitern der BMW Group wird in keiner Weise vorgeschrieben, in welcher Sprache sie private Unterhaltungen führen sollen.“ Was er bestätigt, ist, dass gegenüber den Mitarbeitern kommuniziert wurde, arbeitsspezifische Themen bitte auf Deutsch zu besprechen: „In einer Arbeitsbesprechung wurde lediglich darum gebeten, dann Deutsch zu sprechen, wenn verschiedene Nationalitäten beisammen sind und es sich um Arbeitsthemen handelt, da nur so sichergestellt werden kann, dass alle Mitarbeiter aller Nationalitäten auch auf dem gleichen Stand sind.“

Dabei habe es sich ausdrücklich um eine Bitte und nicht um eine Anweisung gehandelt. Die türkische Sprache sei genauso wie jede andere nicht-deutsche gemeint gewesen.

Ebenfalls widerspricht BMW auch dem Vorwurf, dass Mitarbeiter nach Nationalitäten in Schichten eingeteilt wurden.

(cpas)
Mehr von RP ONLINE