BMW-Gewinn bricht überraschend stark ein

Nach Daimler und Audi : Gewinn von BMW bricht überraschend stark ein

In der Kernsparte Automobile rutschte das Ergebnis des Münchener Konzerns vor Zinsen und Steuern um 47 Prozent auf 930 Millionen Euro. Das ist deutlich weniger als die knapp 1,2 Milliarden Euro, die Analysten im Schnitt erwartet hatten.

Rabattschlachten, hohe Rückstellungen für Rückrufe und internationale Handelskonflikte schlugen hier ins Kontor. Zudem blieben die Kosten für neue Technologien wie Elektromobilität und autonomes Fahren sowie die Belastungen aus Wechselkurseffekten und Rohstoffpreisen hoch. Die gesamte Branche sei "zunehmend mit anhaltenden externen Belastungen konfrontiert, die wir in Summe nicht vollständig kompensieren können", sagte Finanzchef Nicolas Peter.

BMW hatte im September seine Jahresziele für 2018 gekappt und für das dritte und vierte Quartal deutliche Bremsspuren angekündigt. Damals teilten die Münchner zudem mit, dass die Rendite in der Autosparte unterhalb des sonst in der Oberklasse üblichen Korridors von acht bis zehn Prozent liegen werde. Weil der Umsatz hier dank leicht gestiegener Verkaufszahlen um drei Prozent auf 21,1 Milliarden Euro zulegte, schrumpfte die Marge vor Zinsen und Steuern im dritten Quartal stärker als von Analysten erwartet - um fast die Hälfte auf 4,4 Prozent. Vor Jahresfrist stand noch ein Wert von 8,6 Prozent zu Buche.

Allerdings musste auch die Konkurrenz zuletzt kräftig Federn lassen. Bei Daimler schrumpfte die Rendite im dritten Quartal auf 6,3 Prozent von 9,0 Prozent. Bei Audi sackte sie wegen einer 800 Millionen Euro schweren Geldbuße im Dieselskandal im vergangenen Vierteljahr auf 0,8 Prozent ab. Für BMW ist mit dem deutlichen Margenrückgang eine lange Erfolgsserie gerissen: Der Autobauer hatte sich mehr als 30 Quartale lang in dem angepeilten Rendite-Korridor bewegt.

Für das Gesamtjahr bekräftigte der Konzern die reduzierte Prognose, wonach die Ebit-Marge im Autosegment mindestens sieben Prozent betragen soll. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) werde moderat sinken, damit ist ein Rückgang von fünf bis zehn Prozent gemeint. Im dritten Quartal schrumpfte der Vorsteuergewinn um gut 26 Prozent auf 1,85 Milliarden Euro. Der Überschuss ging um 24 Prozent zurück auf 1,4 Milliarden Euro. Der Umsatz des Konzerns stieg dagegen um fast fünf Prozent auf 24,7 Milliarden Euro.

(lukra/Reuters)
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