Smartphone-Pionier vor Eignerwechsel: BlackBerry schreibt Milliardenverlust

Smartphone-Pionier vor Eignerwechsel : BlackBerry schreibt Milliardenverlust

Der schwer angeschlagene Smartphone-Pionier BlackBerry wechselt mit fast einer Milliarde Dollar im Gepäck den Besitzer. Im zweiten Geschäftsquartal (per Ende August) lag der Fehlbetrag bei 965 Millionen US-Dollar, wie das von dem Deutschen Thorsten Heins geführte Unternehmen am Freitag mitteilte.

Der Konkurrent von Samsung Electronics und Apple hatte bereits vor kurzem vor tiefroten Zahlen gewarnt und legte nun konkrete Ergebnisse vor. Der Umsatz brach wie angekündigt auf 1,6 Milliarden Dollar ein. Experten hatten ein doppelt so hohes Volumen erwartet. BlackBerry soll für 4,7 Milliarden Dollar an den Finanzdienstleister Fairfax Financial des Unternehmers Prem Watsa verkauft werden, der als kanadischer Warren Buffett gilt. Nach dem Vorbild von Dell will Fairfax BlackBerry nach der Übernahme von der Börse nehmen, um das Unternehmen zu sanieren.

Ausgerechnet auf dem amerikanischen Heimatkontinent sieht es für den verlustreichen Smartphone-Pionier Blackberry besonders trübe aus. Wie aus den am Freitag vorgelegten ausführlichen Geschäftszahlen für Juni bis August hervorgeht, brach der Umsatz in Lateinamerika um 62 Prozent ein. In Nordamerika verlor das kanadische Unternehmen im Jahresvergleich 52 Prozent seines Geschäfts.

In Europa, Afrika, dem Nahen Osten und Asien fielen die Einbußen nicht ganz so dramatisch aus. So hat Blackberry etwa in Großbritannien noch eine Fangemeinde und in vielen Schwellenländern sind die Smartphones mit ihrer typischen Tastatur als günstige Einstiegsgeräte beliebt.

BlackBerry-Geräte waren früher vor allem bei Managern beliebt, weil sie damit auch unterwegs E-Mails schreiben können. Das Unternehmen verpasste dann aber den Trend zu berührungsempfindlichen Displays wie sie inzwischen bei den meisten Smartphones zum Einsatz kommen. Während BlackBerrys Ladenhüter sind, verdienen Samsung und Apple mit ihren Telefonen der Reihen Galaxy beziehungsweise iPhone viele Milliarden.

(REU/dpa)