Bilfinger fordert von zwölf Ex-Vorständen Schadenersatz

Dreistelliger Millionenbetrag im Gespräch : Bilfinger fordert von zwölf Ex-Vorständen Schadenersatz

Der Industriedienstleister Bilfinger verlangt von zwölf ehemaligen Vorständen Schadenersatz in Millionenhöhe. Der Aufsichtsrat der Bilfinger SE beschloss am Dienstag, entsprechende Forderungen an die Ex-Manager abzusenden.

„Dabei wurde auch festgelegt, in welcher Höhe jedes der ehemaligen Vorstandsmitglieder in Anspruch genommen wird“, teilte das Unternehmen in Mannheim mit. Welche Beträge von welchen früheren Vorständen gefordert werden, wurde nicht mitgeteilt. Insgesamt spricht Bilfinger von einem „erstattungsfähigen Schaden in Höhe eines niedrigen dreistelligen Millionenbetrages“.

Der Bilfinger-Aufsichtsrat wirft den früheren Vorständen „Pflichtverletzungen im Zusammenhang mit der Implementierung eines ordnungsgemäßen Compliance-Management-Systems“ vor, ein System, das unternehmensintern Regelverstöße verhindert soll. Einzelne ehemalige Vorstandsmitglieder hätten außerdem „Pflichtverletzungen im Rahmen eines M&A-Projekts begangen“. Als M&A (Mergers & Acquisitions) werden Fusionen und Zukäufe zusammengefasst.

Das Kontrollgremium hatte bereits Anfang 2018 grundsätzlich allen Vorstandsmitgliedern, die zwischen 2006 und 2015 amtierten, aber vor 2015 in das Gremium eintraten, Pflichtverletzungen vorgeworfen.

Der frühere hessische Ministerpräsident Roland Koch, der Bilfinger zwischen 2011 und 2014 leitete, hatte bereits damals „mit Befremden“ auf die Vorwürfe „gegen ganze Generationen von früheren Bilfinger-Vorständen“ reagiert.

(felt/dpa)
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