Streik in allen Häusern der Charité Berlin droht Krankenhaus-Engpass

Berlin (RPO). Die Berliner Charité soll ab Montag 6 Uhr bestreikt werden. Die Gewerkschaft Verdi rief alle Bereiche der Klinik zu einem "unbefristeten Vollstreik" auf. Nach Angaben von Verdi-Verhandlungsführerin Bettina Weitermann richtet sich der Streikaufruf an rund 10.000 Mitarbeiter aus medizinischen und technischen Bereichen.

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Auch Notaufnahmen, Intensivstationen und Operationseinheiten werden bestreikt. Zur Charité gehören unter anderem drei große Kliniken in den Berliner Stadtteilen Mitte, Wedding und Steglitz.

Nach Angaben der Charité müssen die Patienten mit "erheblichen Einschränkungen" an der Rettungsstelle und in Ambulanzen rechnen. Während des Streiks werde nur das Personal zur Verfügung stehen, das normalerweise an Wochenenden Dienst tue. Operationen und Untersuchungen, die nicht unbedingt notwendig sind, können nicht stattfinden. Der Ärztliche Direktor der Klinik, Ulrich Frei, erklärte: "Wir gehen davon aus, dass die Streikenden gemeinsam mit uns alles vermeiden werden, was Patienten schadet."

Verdi fordert eine Erhöhung der Gehälter von Krankenschwestern, Krankenpflegern und technischem Personal um 300 Euro monatlich. Die Gehälter der Ärzte sind bereits gesondert verhandelt worden. Nach vier ergebnislosen Verhandlungsrunden mit der Charité hatte die Verdi-Tarifkommission die Verhandlungen für Pfleger und technisches Personal im März für gescheitert erklärt. In einer Urabstimmung im April sprachen sich 93 Prozent der Verdi-Mitglieder an der Charité für einen Streik aus.

(AFP/felt)
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