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Berkshire: Warren Buffett hat sich für einen Nachfolger entschieden

Rätselraten hat ein Ende : Warren Buffett hat sich für einen Nachfolger entschieden

Jahrelang wurde spekuliert: Jetzt hat sich der legendäre US-Investor Warren Buffett auf einen Nachfolger an der Spitze der Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway festgelegt. Wer ist der Mann, der das gigantische Konglomerat im Falle eines Falles übernehmen soll?

Wenn ihm heute etwas passieren sollte, würde am nächsten Morgen Greg Abel übernehmen, sagte der 90-jährige Buffett dem Sender CNBC. Abel leitet bislang die Nicht-Versicherungs-Sparte des Konglomerats. Sollte wiederum Abel etwas zustoßen, werde Ajit Jain der Chef. Jain leitet Berkshires Versicherungssparte.

Buffett selbst hatte erstmals 2006 in Berkshires Jahresbericht an die Aktionäre die Frage seiner Nachfolge aufgeworfen. Er leitet das von ihm mit gegründete Unternehmen seit 1965 und hat bislang nie öffentlich über einen möglichen Rücktritt gesprochen. Erst am Wochenende hatte sich Buffett optimistisch über die weitere Zukunft Berkshires geäußert - ebenso wie sein 97-jähriger Geschäftspartner Charlie Munger.

Buffett hatte noch vor wenigen Tagen vor leichtfertigen Investitionen am Aktienmarkt gewarnt. Der Aktienkauf sei kein leichter Weg, um ein Vermögen zu verdienen, erklärte der 90-Jährige während der virtuellen Hauptversammlung seiner Holdinggesellschaft Berkshire Hathaway am 1. Juni.

Der Starinvestor sagte, dass es schwierig sei, aus den angebotenen Aktien die langfristigen Gewinner herauszusuchen. Als Beispiel nannte er die Automobilindustrie und verwies darauf, dass es 1903 mehr als 2000 Hersteller gegeben habe, von denen fast alle gescheitert seien, obwohl das Auto das Land seitdem entscheidend verändert habe.

„Bei der Auswahl von Aktien geht es um mehr, als nur herauszufinden, welche in Zukunft eine tolle Branche ausmachen werden“, erklärte Buffett. „Ich will nur sagen, dass es nicht so leicht ist, wie es klingt.“

Für die meisten Menschen seien Indexfonds eine bessere Wahl als einzelnen Aktien, empfahl der Investor, der einer der reichsten Menschen der Welt ist. Neue Investoren, wie sie zum Beispiel kürzlich den Wert des Computerspielhändlers GameStop in die Höhe getrieben hätten, seien im Grunde Zocker.

Der 90-Jährige zeigte sich optimistisch, dass Berkshire Hathaway auch in 50 oder 100 Jahren noch bestehen wird.

Buffetts 97-jähriger Geschäftspartner Charlie Munger zeigte sich ebenfalls zuversichtlich. Er sagte, es bedeute "nicht die Welt", wenn der Kongress und das Weiße Haus den Unternehmenssteuersatz auf 25 oder 28 Prozent anheben sollten.

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Berkshire Hathaway hatte am Samstag einen kräftigen Gewinnanstieg um 20 Prozent auf etwa sieben Milliarden Dollar für das erste Quartal 2021 bekanntgegeben.

Zum Abschluss des Treffens sagte Warren Buffett, es gebe gute Chancen, dass die Aktionäre im nächsten Jahr wieder in Omaha, Nebraska, dabei sein könnten. Die Veranstaltung lockt normalerweise rund 40.000 Aktionäre an, wurde aber wegen der Corona-Pandemie bereits zum zweiten Mal virtuell abgehalten.

(felt/Reuters)