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Insolvente Warenhauskette Karstadt: Berggruen bittet Bundesregierung um Hilfe

Insolvente Warenhauskette Karstadt : Berggruen bittet Bundesregierung um Hilfe

Düsseldorf (RPO). Vor dem Hintergrund der seit Wochen andauernden Verhandlungen um die Mieten für die Karstadt-Filialen erwägt Investor Nicolas Berggruen, die Politik um Hilfe zu bitten. "Wir wollen, wenn es nicht weitergeht, in den nächsten Tagen die deutsche Regierung ansprechen, damit sie als Vermittler auf die Verantwortlichen einwirkt", sagte Berggruen.

Die Politik sollte ein Interesse daran haben, Karstadt zu retten. "Immerhin stehen 25 000 Arbeitsplätze auf dem Spiel - und viele deutsche Innenstädte", sagte er dem "Handelsblatt" (Montagausgabe).

Berggruen verhandelt seit mehreren Wochen bislang offenbar vergeblich um Mietnachlässe für einen Großteil der Filialen der Kaufhaus-Kette. Zwar sei bereits vor einigen Tagen ein Kompromiss mit dem Vermieterkonsortium gefunden worden, allerdings stocke seitdem der Prozess, sagte er.

Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) will derzeit aber nicht aktiv in die Verhandlungen eingreifen. Eine aktive Vermittlerrolle sei zwischen den beiden Personen noch nicht besprochen worden, sagte Ministeriumssprecherin Beatrix Brodkorb am Montag in Berlin.

Ob der Ressortchef zu einer solchen Vermittlung bereit wäre, sei "eine Frage, die, wenn sie an uns herangetragen würde, zu besprechen wäre". Grundsätzlich vertrete der Wirtschaftsminister den "ganz klaren Kurs, dass die Wirtschaft die Probleme alleine löst".

Brüderle habe bei einem Telefonat in der vergangenen Woche "darauf hingewiesen, dass er nicht sieht, dass Staatshilfe in Betracht kommt, sondern die jetzt noch zu klärenden Fragen zwischen Interessenten und Vermietern zu klären sind", sagte die Sprecherin weiter. "Das ist keine Angelegenheit des Staates."

In der Zeitung hatte Berggruen erklärt, keine finanzielle Hilfe von der Politik zu verlangen. "Aber das Pokerspiel muss aufhören." Die Politik soll laut der Zeitung ihren Einfluss auf Goldman-Sachs-Deutschland-Chef Alexander Dibelius und Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann geltend machen. Die Banken spielen im Vermieterkonsortium Highstreet eine führende Rolle.

(DDP/nbe)