Bemerkenswerte Übernahmen: Die teuersten Deals des Jahres 2016

Bemerkenswerte Übernahmen : Die teuersten Deals des Jahres 2016

Es ist die bisher größte Übernahme durch ein deutsches Unternehmen: Bayers Kauf von Monsanto. Aber es ist nicht der teuerste Deal des Jahres 2016. Ein Überblick über die spektakulärsten Übernahmen 2016.

  • 23. Mai Chinesische Investoren greifen nach dem kriselnden Spezialmaschinenbauer Aixtron. Der chinesische Fonds Fujian Grand Chip Investment bietet insgesamt gut 670 Millionen Euro. Aixtron baut Maschinen für die Halbleiterbranche. Ende des Jahres blockiert US-Präsident Barack Obama den Deal wegen "Risiken für die nationale Sicherheit" der USA. Es ist der dritte solche Schritt seit 1990.
  • 13. Juni Microsoft greift in einem rund 26 Milliarden Dollar schweren Deal nach dem Karriere-Netzwerk LinkedIn. Der Spezialist für Unternehmenssoftware Salesforce, der LinkedIn ebenfalls kaufen wollte, macht Wettbewerbsbedenken geltend. Microsoft sichert Rivalen von LinkedIn unter anderem Zugang die Einbindung in Bürosoftware zu.
  • 16. Juni Der chinesische Haushaltsgerätehersteller Midea legt seinen Übernahmeplan für den Industrieroboter-Bauer Kuka vor. Midea bewertet das Unternehmen mit 4,6 Milliarden Euro. Bis August halten die Chinesen rund 95 Prozent.
  • 25. Juli Der US-Telekomkonzern Verizon kündigt den Kauf des Web-Geschäfts des Internet-Pioniers Yahoo für 4,8 Milliarden Dollar (4,4 Mrd Euro) an. Der Deal gerät ins Wanken, nachdem bekannt wird, dass Yahoo bereits 2014 Daten von mindestens einer halben Milliarde Nutzer gestohlen wurden. Verizon wurde nicht darüber informiert.
  • 1. August Tech-Superstar Elon Musk baut sein Imperium aus: Der Elektroautohersteller Tesla kauft die Ökostromfirma SolarCity für rund 2,6 Milliarden Dollar. Kritiker werfen Tesla-Chef Musk Interessenkonflikte vor, da er zugleich größter Anteilseigner bei SolarCity ist. Zwei seiner Cousins hatten die Firma gegründet.
  • 3. August Der Fernbus-Marktführer Flixbus kündigt die Übernahme des Konkurrenten Postbus an. Das Münchener Unternehmen steigert seinen Anteil damit auf etwa 80 Prozent. 2015 beförderten Fernbusse rund 20 Millionen Fahrgäste.
  • 14. September Bayer sichert sich für einen nachgebesserten Preis von rund 66 Milliarden Dollar nach monatelangem Feilschen den US-Biotechkonzern Monsanto. Die bisher größte Übernahme durch ein deutsches Unternehmen macht Bayer zur weltweiten Nummer eins im Geschäft mit Agrarchemie.
  • 28. September Im boomenden Paketgeschäft streckt die Deutsche Post ihre Fühler jetzt auch nach Großbritannien aus. Mit dem britischen Konkurrenten UK Mail Group habe sich das Unternehmen auf eine Übernahme geeinigt. Den Erwerb von UK Mail lässt sich die Post 242,7 Millionen britische Pfund (280 Mio Euro) kosten.
  • 22. Oktober Es ist die größte Übernahme des Jahres: Der Telekom-Konzern AT&T schluckt Time Warner und stößt damit weit ins Mediengeschäft vor. Der Kaufpreis liegt bei 85,4 Milliarden Dollar plus über 20 Milliarden Dollar Schulden. Zu Time Warner gehören der Pay-TV-Sender HBO ("Game of Thrones"), CNN und das Hollywood-Studio Warner Bros.
  • 21. Oktober Der Tabakkonzern British American Tobacco (BAT) will sich den Camel-Hersteller Reynolds American komplett einverleiben. BAT hält bereits 42,2 Prozent an Reynolds. Den Kauf der noch ausstehenden Anteile lässt sich BAT (Lucky Strike, Dunhill) insgesamt rund 47 Milliarden Dollar kosten. Der Kaufpreis soll teils in bar, teils in Aktien bezahlt werden.
  • 8. November Tesla setzt beim massiven Ausbau der Produktion auf deutsche Technik: Der US-Konzern kauft den Maschinenbauer Grohmann Engineering aus Prüm (Rheinland-Pfalz), der auf Anlagen für automatisierte Produktion spezialisiert ist. Ein Kaufpreis wird nicht bekannt.
  • 9. Dezember Medienmogul Rupert Murdoch startet einen neuen Anlauf, den britischen Bezahl-TV-Anbieter Sky komplett zu übernehmen. Die Firma wird insgesamt mit 18,5 Milliarden Pfund (22,1 Mrd Euro) bewertet.
(mre/dpa)
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