Belegschaft lehnt Sanierungsplan für Alitalia ab

Italienische Fluggesellschaft: Belegschaft lehnt Sanierungsplan für Alitalia ab

Die Zukunft der Fluggesellschaft Alitalia ist ungewiss. Ein Sanierungsplan ist gescheitert. Nun wird erwartet, dass der italienische Staat die Aufsicht übernimmt.

Nach dem Scheitern eines Sanierungsplans für die defizitäre italienische Fluggesellschaft Alitalia ist deren Zukunft ungewiss. Der Verwaltungsrat des Unternehmens erklärte nach einer Krisensitzung am Dienstag, er werde die "nötigen gesetzlichen Schritte einleiten" – ohne zu sagen, welche das sind. Für Donnerstag wurden die Anteilseigner einberufen. Beobachter erwarten, dass Alitalia unter staatliche Aufsicht gestellt wird, um einen Verkauf oder die Insolvenz vorzubereiten.

Fast 90 Prozent der rund 12.500 Mitarbeiter beteiligten sich von Donnerstag bis Montagabend an der Abstimmung über den Sanierungsplan. 6816 Mitarbeiter und damit 67 Prozent stimmten dagegen. Der Plan sah acht Prozent weniger Gehalt und den Wegfall von 1700 Jobs vor.

Die Regierung in Rom äußerte ihr "Bedauern". Sie hatte bei den Verhandlungen vermittelt und zu einer Annahme des Sanierungsplans aufgerufen. Oberstes Ziel sei es nun, die Kosten für die Steuerzahler und für die Reisenden zu minimieren, erklärten die Minister für wirtschaftliche Entwicklung, für Verkehr und für Arbeit in einer gemeinsamen Stellungnahme.

Der Verwaltungsrat erklärte, es sei "unmöglich", mit dem Sanierungsplan weiterzumachen, der auch eine Kapitalerhöhung um zwei Milliarden Euro vorgesehen hatte. 900 Millionen Euro frisches Geld sollten sofort fließen.

Schon seit Jahren Verluste bei Alitalia

Alitalia schreibt seit vielen Jahren Verluste. Auch der Einstieg der Golf-Airline Etihad mit einer Beteiligung von 49 Prozent und Finanzspritzen dieses Anteilseigners halfen nicht. Im März war bekannt geworden, dass Alitalia 20 Prozent der Stellen streichen und die Gehälter um ein Drittel senken will. Dem Unternehmen macht vor allem die Konkurrenz durch Billigflieger wie Ryanair und Easyjet zu schaffen.

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Etihad hatte als Ziel ausgegeben, die italienische Airline schlanker zu machen und den Service zu verbessern. Damit scheiterte das Unternehmen nach Angaben von Analysten. Die Lage ist so verzweifelt, dass noch Ende April das Geld ausgehen dürfte. Dann müssten die Maschinen am Boden bleiben.

Etihad und die Banken Intesa Sanpaolo und UniCredit hatten versichert, sie würden nur neues Geld zuschießen, wenn der Sanierungsplan angenommen werde.

Auch Airberlin hängt stark am Tropf von Etihad. Die Golf-Airline ist mit 29,2 Prozent Großaktionär von Airberlin. Die Berliner Boulevardzeitung "B.Z." berichtete am Dienstag, die Wirtschaftsprüfer hätten Airberlin trotz hoher Schulden von mehr als einer Milliarde Euro grünes Licht für den Weiterflug dieses Jahr gegeben.

(rent/AFP)