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Bei T-Systems fallen 10.000 Stellen weg.

T-Systems plant den Kahlschlag : Bei der Telekom wackeln 10.000 Jobs

Das größte Sorgenkind der Telekom ist seit Jahren die Großkundensparte. Viele kleine Niederlassungen sollen geschlossen werden. Zahlreiche Jobs wackeln.

Radikalkur beim Telekom-Ableger T-Systems: 10.000 der zuletzt 37.000 Stellen sollen in den nächsten drei Jahren gestrichen werden. 6000 der wegfallenden Stellen sind in Deutschland. Dies berichtet das „Handelsblatt“. Das auf Großkunden spezialisierte Unternehmen hatte schon länger angekündigt, einen neuen Sanierungsversuch zu wagen, nachdem es gegen Weltkonzerne wie IBM, SAP oder HP immer schlechter konkurrieren konnte. Zu diesem Zweck wurde auch der in den USA ausgebildete Adel Al-Saleh im Januar zum neuen Chef von T-Systems gemacht.

Sparprogramm soll noch 2018 losgehen

Pro Jahr sollen hierzulande rund 2000 Jobs wegfallen – das Sparprogramm soll noch 2018 losgehen. Als Erstes sollen die Managementebenen von acht auf fünf reduziert werden. Von den 230 Niederlassungen in der Bundesrepublik sollen wahrscheinlich noch 20 erhalten bleiben.

„Das Abbauprogramm wird teuer, auch weil wir es so sozialverträglich wie möglich gestalten wollen, aber diese Investition wird sich lohnen“, sagte Al-Saleh dem „Handelsblatt“.

Die Gewerkschaft Verdi kündigt Widerstand gegen den Plan an. „Dieses Konzept zielt auf die Zerstörung der T-Systems“, sagte unserer Redaktion Lothar Schröder, Bundesvorstand von Verdi und stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Telekom. Der Plan würde bedeuten, die Existenzgrundlage vieler Tausend Menschen zu bedrohen. „Das ist mit uns nicht zu machen. Wir werden uns wehren“, sagt Schröder. Er warnte davor, es liefe auf die erste Massenentlassung seit Existieren der Deutschen Bundespost hinaus.

Wie reagiert der Bund?

Der Bund gibt sich als Hauptaktionär zurückhaltend. In einer Stellungnahme erklärte das Bundesfinanzministerium: „Der Bund erwartet, dass – wie bei der Telekom bisher auch – die Sozialpartner eine ausgewogene Lösung finden werden. Die Telekom hat in der Vergangenheit gezeigt, dass sie solche Herausforderungen ohne betriebsbedingte Kündigungen annehmen kann.“

„Die freiwerdenden Mittel sollten nicht nur eingesetzt werden, um T-Systems wieder profitabel zu machen“, erklärte Al-Saleh. „Es sollen auch die Investitionen in Wachstumsbereiche wie das Internet der Dinge deutlich aufgestockt werden.“ Dabei würden auch neue Arbeitsplätze geschaffen. Er kündigte an, gesprächsbereit zu sein.