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Peters würdigt Entgegenkommen von Opel-Management: Bei Opel wird weiter verhandelt

Peters würdigt Entgegenkommen von Opel-Management : Bei Opel wird weiter verhandelt

Frankfurt/Main (rpo). Nach dem Ende der Arbeitsniederlegungen beim krisengeschüttelten Autobauer Opel in Bochum wird wieder verhandelt. Opel-Vorstände und Gesamtbetriebsrat setzen am Donnerstag in Rüsselheim die am Montag begonnenen Gespräche fort, wie der Betriebsrat bestätigte.

Zu Wochenbeginn hatten sie sich darauf verständigt, gemeinsam nach Lösungen für den Erhalt der Werke Rüsselsheim, Bochum und Kaiserslautern auch über 2010 hinaus zu suchen. Bei nötigem Personalabbau solle dieser sozialverträglich erfolgen. In Bochum hatte die Belegschaft am Mittwoch nach fast einwöchigem Ausstand für die Wiederaufnahme der Arbeit am Donnerstag votiert.

Nach Ansicht von IG-Metall-Chef Jürgen Peters ist inzwischen das Opel-Management den Arbeitnehmern "sehr weit" entgegen gekommen. Peters sagte am Mittwochabend in der ARD, er halte eine Lösung ohne betriebsbedingte Kündigungen für möglich. Auch das Management suche jetzt nach Möglichkeiten dazu.

Die Wiederaufnahme der Arbeit in Bochum sei unter diesen Umständen eine "kluge Entscheidung", fuhr Peters fort. Hätten die Beschäftigten ihre Aktionen fortgesetzt, wäre die Gefahr groß gewesen, dass der Konzern Verhandlungen ablehnt und sein altes Konzept fortführt, sagte Peters. "Das wäre das Schlechteste gewesen." IG-Metall-Vize Berthold Huber stellte im Berliner "Tagesspiegel" klar, dass ein Sparpaket für Opel nur unter Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen geschnürt werden könne.

Der Präsident der Metallarbeitgeber Martin Kannegiesser hofft auf einen fairen Interessenausgleich sowie den Erhalte aller deutschen Oepl-Standorte. In der "Berliner Zeitung" vertrat er zugleich die Ansicht, dass eine Lösung in den laufendem Verhandlungen schwierig und schmerzhaft sein werde.

Indessen werden die bisher nur allgemein bekannten Sparpläne für Rüsselsheim offenbar konkret. Im Entwicklungszentrum sollen rund 1.600 der 6.000 Arbeitsplätze gestrichen werden, wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet. Zudem solle die Nachtschicht komplett eingespart werden. Damit entfielen weitere 1.600 Jobs. In Zukunft sei Rüsselsheim nur noch für die Plattformen aller Mittelklasse-Pkw des Mutterkonzerns General Motors (GM) zuständig, während der kompakte Astra in Detroit und der kleine Corsa bei der Konzerntochter Daewoo weiterentwickelt würden.

Die Opel-Turbulenzen haben sich bislang offenbar nicht auf den Absatz ausgewirkt. Das Geschäft der Händler sei stabil und zeige einen positivem Trend, teilte der Verband Deutscher Opel Händler eV mit. Das GM-Management will zur Kostensenkung um rund 500 Millionen Euro in den europäischen Werken über 12.000 Arbeitsplätze abzubauen, rund 10.000 davon in Deutschland.

Hier geht es zur Infostrecke: Oktober 2004: Proteste bei Opel

(ap)