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Nach Telekom-Affäre: BDK fordert Speicherung aller Telefondaten

Nach Telekom-Affäre : BDK fordert Speicherung aller Telefondaten

Osnabrück (RPO). Die Spitzel-Affäre bei der Telekom könnte nun Folgen für die Verbraucher haben. Der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) hat gefordert, die Verbindungsdaten sämtlicher Telefonkunden künftig in einer zentralen Datei unter Aufsicht des Datenschutz-Beauftragten zu speichern.

Der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Dienstagausgabe) sagte BDK-Vorsitzender Klaus Jansen: "Die Telekom-Affäre ist eine Riesenchance für den Datenschutz, die wir nutzen müssen. Es ist doch offensichtlich, dass sensible Kundendaten bei privaten Unternehmen mehr als schlecht aufgehoben sind."

Jansen forderte, "sämtliche Verbindungsdaten künftig in einem Sicherheits-Center unter Aufsicht von Datenschützern" zu hinterlegen. Darauf könnten dann sowohl Unternehmen zu Abrechnungszwecken als auch der Staat zur Strafverfolgung streng kontrolliert zugreifen. "Die heutige Praxis einer sechsmonatigen Speicherung direkt beim Telefonanbieter öffnet Missbrauch Tür und Tor", kritisierte der BDK-Chef. Wenn schon beim Marktführer Telekom offenbar kriminell gehandelt werde, was geschehe dann erst bei weniger renommierten Unternehmen?

Die Forderung des Bundesdatenschutzbeauftragten Peter Schaar, die Bußgelder für Datenmissbrauch zu erhöhen, bezeichnete Jansen als "Placebo". "Die Verbindungsdaten der Kunden haben einen gigantischen wirtschaftlichen Wert. Wenn Unternehmen die an Dritte verkaufen und tatsächlich irgendwann auffliegen sollten, sind die fälligen Bußgelder im Vergleich dazu nur Trinkgelder."

(afp)