Unkrautvernichter Glyphosat: Bayer verliert gegen Bauern in Lyon

Unkrautvernichter Glyphosat : Bayer verliert gegen Bauern in Lyon

Es geht um den Unkrautvernichter Lasso. Bayer-Chef Baumann sagt, die Glyphosat-Prozess kratzen am Image. Die Aktie fällt. Aktionär Strenger fordert, den Aufsichtsrat nicht zu entlasten.

Die schlechten Nachrichten für Bayer reißen nicht ab: Am Donnerstag entschied ein Berufungsgericht in Frankreich, dass der Unkrautvernichter „Lasso“ von Monsanto die Ursache von gesundheitlichen Problemen eines Landwirts ist, der das Produkt versehentlich eingeatmet hatte. Der Fall stammt aus dem Jahr 2004. Der Kläger, der an Problemen mit dem Nervensystem leidet, beschuldigt Bayer, nicht adäquat vor den Gefahren gewarnt zu haben. Eine Entschädigung wurde nicht festgelegt, das Berufungsgericht verwies an ein anderes Gericht in Lyon. Eine Sprecherin von Bayer sagte, man nehme das Urteil zur Kenntnis und werde die Entscheidung prüfen.

In den USA ist der Leverkusener Konzern mit einer Klagewelle wegen des Unkrautvernichters Glyphosat konfrontiert. Mehr als 11.200 Amerikaner haben den Konzern wegen des glyphosathaltigen Mittels Roundup verklagt. Die Prozesse kratzen nach den Worten von Konzernchef Werner Baumann am Image von Bayer. „Wir haben zwei Fälle erstinstanzlich verloren. Aufgrund dieser Tatsache ist das Unternehmen ziemlich massiv betroffen, Sie sehen es an unserem Aktienkurs“, sagte Baumann auf einer Tagung in Köln. „Wir sehen es selektiv, vor allem hier in Deutschland und in Frankreich, an den Reputationswerten.“ Es werde viel Stimmung gegen die Produkte gemacht.

Die Bayer-Aktie sackte am Donnerstag zeitweise um 2,2 Prozent ab und gehörte zu den Schlusslichtern im Dax. Der Vorstand muss sich am 26. April auf eine turbulente Hauptversammlung einstellen. Aktionär Christian Strenger, Mitgründer der Regierungskommission für gute Unternehmensführung, legt nach und fordert, auch den Aufsichtsrat nicht zu entlasten. Dieser könne das Gehalt von Werner Baumann nicht nachvollziehbar erklären und könne zudem mit dem komplexen Vergütungsmodell nicht umgehen, heißt es in Strengers Antrag. Zuvor hatte der streitbare Aktionär schon beantragt, dem Vorstand die Entlastung zu verweigern. Er habe massiv Werte vernichtet und die Monsanto-Risken unterschätzt, so Strenger.

(anh/rtr)