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Bayer verliert den nächsten Schadensersatzprozess

Unkrautvernichter Lasso : Bayer verliert den nächsten Schadensersatzprozess

Erst Glyphosat, jetzt Lasso: Im Schadensersatz-Streit um das Herbizid kassiert der Konzern in Frankreich eine Schlappe. Die Bayer-Aktie fällt weiter.

Bayer hat im jahrelangen Tauziehen um Nebenwirkungen des Unkrautvernichtungsmittels Lasso in Frankreich eine weitere Niederlage erlitten. Das höchste französische Gericht lehnte am Mittwoch eine Berufung des Konzerns ab. Das Gericht war zu dem Schluss gekommen, dass Lasso für die gesundheitlichen Problemen eines Landwirts verantwortlich ist, der das Produkt 2004 versehentlich eingeatmet hatte. Der Mann hatte neurologische Probleme wie Gedächtnisverlust, Ohnmacht und Kopfschmerzen auf Lasso zurückgeführt.

Dem Produzenten des Mittels, dem im Jahre 2016 von Bayer übernommenen Agrochemiekonzern Monsanto, hatte er vorgeworfen, nicht ausreichend vor den Gefahren gewarnt zu haben. Mit der Gerichtsentscheidung ist nun der Weg für die Geltendmachung von Schadenersatzansprüchen frei. In Deutschland wurde das Mittel nie zugelassen.

Das Urteil des französischen Gerichts reiht sich ein in eine lange Serie von juristischen Niederlagen des Chemiekonzerns: Besonders die Rechtsstreitigkeiten um den glyphosathaltigen Unkrautvernichter Roundup, den 125.000 Kläger in den USA für ihre Krebserkrankung verantwortlich machen, setzt Bayer zu. Die Bayer-Aktie gab am Donnerstag weiter nach und fiel auf 42 Euro. Bayer versucht derzeit, seinen elf Milliarden Dollar schweren Vergleich in den USA zu retten.

(mah/rtr)