Bayer spricht angeblich mit Elanco über Fusion von Tiermedizin-Geschäften

Chemieriese unter Druck : Bayer spricht angeblich mit Elanco über Zusammenschluss von Tiermedizin-Geschäft

Insidern zufolge erwägt Bayer einen Zusammenschluss seines Tiermedizin-Geschäfts mit dem US-Rivalen Elanco Animal Health. Daraus würde ein Gigant in der Branche entstehen.

Der Leverkusener Pharma- und Agrarchemiekonzern sei an Elanco herangetreten, um über eine mögliche Kombination der beiden Unternehmen zu sprechen, aus der ein neuer Branchengigant für Tiermedikamente entstehen könnte, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters von drei mit der Sache vertrauten Personen. Die Firmen arbeiteten mit Banken zusammen, um einen möglichen Zusammenschluss zu prüfen, der grünes Licht von den Kartellwächtern erhalten könnte. Die Gespräche mit Elanco befänden sich aber noch in einem frühem Stadium.

Den Insidern zufolge hat Bayer bislang den Start eines Auktionsverfahrens für Beteiligungsgesellschaften verschoben, um ein Abkommen mit Elanco, dem weltweit viertgrößten Unternehmen der Tiergesundheitsbranche, abzuschließen. Ein Auktionsprozess sollte den Insidern zufolge ursprünglich im Juni beginnen, Bayer wird jedoch nun erst gegen Ende des Sommers Informationspakete an potenzielle Bieter verschicken.

Ein Bayer-Sprecher wollte sich zu Elanco nicht äußern und erklärte, bei der angekündigten Trennung des Tiermedizin-Geschäfts komme der Konzern wie geplant voran. "Nach der strategischen Überprüfung der Möglichkeiten liegt das Hauptaugenmerk auf einem Verkauf. Bayer zieht jedoch weiterhin alle wertmaximierenden Möglichkeiten in Betracht." Eine Elanco-Sprecherin wollte sich dazu nicht äußern.

Bayer hatte Ende vergangenen Jahres angekündigt, sich von seinem Tiermedizin-Geschäft trennen zu wollen. Es gebe "sehr hohes und breites Interesse" an dem Geschäft, hatte Vorstandchef Werner Baumann zuletzt gesagt, der mit einer Entscheidung bis Jahresende rechnet. Branchenexperten zufolge ist das Bayer-Geschäft in diesem Bereich zu klein, um langfristig allein bestehen zu können. Im vergangenen Jahr fuhr der Bereich einen Umsatz von rund 1,5 Milliarden Euro ein - etwa 3,8 Prozent der Erlöse des Gesamt-Konzerns. Analysten erwarten, dass ein Verkauf zwischen sechs und sieben Milliarden Euro einbringen könnte.

Bayer ist im Tiergesundheitsgeschäft weltweit die Nummer fünf hinter der US-Firma Zoetis, die ehemals zu Pfizer gehörte, Boehringer Ingelheim, Merck & Co und schließlich Elanco - eine Abspaltung des US-Pharmakonzerns Eli Lilly.

(felt/Reuters)
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