Bayer schließt Kündigungen bis 2025 aus

Chemiekonzern baut 4500 Stellen ab : Bayer schließt Kündigungen bis 2025 aus

Der Kündigungsschutz wurde rechtsverbindlich festgeschrieben. Bayer ist zuversichtlich, den Abbau von 4500 Jobs „überwiegend“ per Abfindung zu schaffen. Zudem gibt es eine Transfergesellschaft. Bayer will weiter in deutsche Standorte investieren.

Während Bayer in den USA mit den Glyphosat-Klägern ringt, gibt es für die Mitarbeiter etwas mehr Sicherheit: Vorstand und Betriebsrat haben den Kündigungsschutz nun rechtsverbindlich in einer Betriebsvereinbarung festgeschrieben. Danach sind in Deutschland betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2025 ausgeschlossen, wie beide Seiten mitteilten. Die Vereinbarung gilt für die mehr als 20.000 Beschäftigten der Bayer AG und ihrer Töchter wie Business Services. Auch für die  unlängst verkaufte Monheimer Tochter Animal Health gilt diese lange Frist. Für die Beschäftigten des Chemiepark-Betreibers Currenta gilt dagegen zunächst nur ein dreijähriger Schutz, Currenta wurde an die australische Bank Macquarie verkauft. Am Mittwoch wurden die Beschäftigten auf einer Betriebsversammlung informiert.

An der Höhe des Jobabbaus ändert das nichts: Bayer will 12.000 Jobs abbauen, davon 4500 in Deutschland. Die Verhandlungen für die Standorte sollen bis Anfang 2020 abgeschlossen sein. Bislang hat der Konzern mit 1000 Mitarbeitern Gespräche über Abfindungen geführt, diese seien vor allem von älteren Mitarbeitern nachgefragt worden, heißt es. Dabei sind inklusive Sprinterprämie Gesamtabfindungen von bis zu 63 Monatsgehältern möglich. „Wir sind angesichts der positiven Resonanz zuversichtlich, die Reduktion von Arbeitsplätzen bis Ende 2021 überwiegend durch freiwillige Aufhebungsverträge realisieren zu können“, sagt der scheidende Personalvorstand Hartmut Klusik. Zudem baut Bayer ein „New Placement Center“ auf, eine Transfergesellschaft, die Mitarbeiter intern und extern in neue Jobs vermitteln soll.

Und Bayer will weiter investieren: Bis 2022 sollen 1,5 bis zwei Milliarden Euro in die deutschen Standorte fließen. Laut Betriebsrat sind im Bereich Pharma für die Werke Wuppertal, Leverkusen, Berlin, Bergkamen und Weimar jährliche Investitionen von 300 bis 350 Millionen Euro geplant. Das Geld solle in Erhalt, Erweiterung und Neubau von Anlagen gehen. Von 2019 bis 2022 sollen weltweit 35 Milliarden Euro investiert werden, vor allem in Forschung und Entwicklung. „Die Investitionen in unseren Heimatstandort Deutschland sind ein ganz wichtiges Signal“, sagte Oliver Zühlke, Chef des Bayer-Betriebsrates.

Derweil wartet man darauf, ob in den USA der Schlichter im Glyphosat-Streit, Ken Feinberg, bei den Gesprächen über einen milliardenschweren Vergleich vorankommt. Bayer ist dazu bereit, wenn der Vergleich „finanziell angemessen“ (also nicht zu teuer) ist und einen  „finalen Abschluss“ bedeutet, also alle Glyphosat-Klagen abräumt.

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