Bayer: Gute Quartalszahlen - doch die Zahl der Glyphosat-Klagen steigt

Gute Quartalszahlen : Bayer bleibt auf Kurs

Bayer hat das operative Ergebnis im dritten Quartal dank des Wachstums im Pharmageschäft und der Übernahme von Monsanto stabil gehalten. Sorgen macht dagegen weiterhin das Thema Glyphosat: Die Zahl der Klagen stieg auf 9300.

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sowie vor Sondereffekten stagnierte auf dem Vorjahresniveau von 2,2 Milliarden Euro, wie der Pharma- und Agrarchemiekonzern am Dienstag in Leverkusen mitteilte. Unterm Strich verdiente der Dax-Konzern rund 2,9 Milliarden Euro nach knapp 3,9 Milliarden Euro im Jahr zuvor. Allerdings hatte Bayer vor einem Jahr auch von einigen Sondereffekten profitiert, die sich nicht wiederholten.

Den Ausblick für das Gesamtjahr bestätigte der Konzern: Bei einem Umsatz von mehr als 39 Milliarden Euro soll das bereinigte Ebitda im unteren bis mittleren einstelligen Prozentbereich wachsen, nach knapp 9,3 Milliarden Euro im vergangenen Jahr. Im abgelaufenen dritten Quartal steigerte Bayer den Umsatz infolge der Übernahme von Monsanto um fast ein Viertel auf 9,9 Milliarden Euro. Aus eigener Kraft - also Wechselkurseffekte sowie Zu- und Verkäufe von Unternehmensteilen herausgerechnet - lag das Plus bei 1,9 Prozent.

Die Zahl der Klagen gegen die Bayer-Tochter Monsanto wegen des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat hat sich unterdessen weiter erhöht. Bis zum 30. Oktober seien in den USA Klagen von etwa 9300 Klägern zugestellt worden, teilte Bayer am Dienstag mit. Es sei mit weiteren Glyphosat-Klagen zu rechnen. Zuletzt hatte Bayer eine Schlappe im Glyphosat-Prozess erlitten. Ein US-Gericht hatte überraschend das Urteil gegen den Herbizid-Hersteller bestätigt, wonach Monsanto-Mittel wie Roundup verantwortlich für den Krebs des Klägers seien, die Strafsumme aber deutlich reduziert.

(felt/Reuters/dpa)
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