Bayer-Chef Werner Baumann sieht turbulenter Hauptversammlung entgegen

Nach dem Monsanto-Deal: Bayer vor turbulenter Hauptversammlung

Nach dem Monsanto-Ärger will Governance-Experte Christian Strenger den Vorstand nicht entlasten und stellt einen Gegenantrag. Bayer muss sich auf eine turbulente Hauptversammlung am 26. April in Bonn gefasst machen.

Wegen des Ärgers um Monsanto muss sich Bayer auf eine turbulente Hauptversammlung gefasst machen. Schon jetzt ruft ein prominenter Governance-Experte dazu auf, dem Vorstand um Bayer-Chef Werner Baumann die Entlastung zu verweigern. „Nachdem der Monsanto-Deal zum größten Wertvernichter der Dax-Geschichte wurde, ist es schon kühn, dass der Vorstand seine eigene Entlastung für das Desasterjahr 2018 empfiehlt“, schreibt Christian Strenger in seinem Gegenantrag zur Hauptversammlung, den er nun bei Bayer eingereicht hat. Der Kursabsturz habe die Aktionäre 30 bis 40 Milliarden Euro gekostet.

Strenger, früherer Investmentbanker der Deutschen Bank und Mitgründer der Regierungskommission für gute Unternehmensführung, verweist auf „kapitale Fehlentwicklungen“: Der Bayer-Vorstand habe das Ausmaß der kartellbedingten Verkäufe von attraktiven Geschäften unterschätzt. Durch die erzwungenen Verkäufe an BASF sei das Einsparpotenzial des Monsanto-Deals um 20 Prozent geschrumpft. Ebenso habe der Vorstand die Rechtsrisiken“ falsch eingeschätzt. 11.300 Amerikaner haben Bayer-Monsanto verklagt, sie machen Glyphosat für ihr Krebsleiden verantwortlich. Zudem verfehle Baumann die Ziele, die er mit Monsanto verfolge. So wurde aus der versprochenen Wertsteigerung nichts, allein 2018 habe die Bayer-Aktie 38 Prozent verloren. Sein Fazit: „Der Vorstand ist aus wohl falsch verstandenem Abschlussdrang ein Risiko mit schon bisher schlimmem Ausgang eingegangen.“ Zugleich behält er sich vor, die Nichtentlastung des Aufsichtsrats zu beantragen, auch deiser habe seine Pflichten nicht angemessen erfüllt.

Bayer erklärte, man habe den Antrag zur Kenntnis genommen. Die Hauptversammlung, zu der Strenger seinen Misstrauensantrag einreicht, findet am 26. April in Bonn statt. Dann sind die Aktionäre auch aufgerufen, Simone Bagel-Trah als Aufsichtsrätin bis 2023 zu bestätigen. Ihre aktuelle Amtszeit läuft aus.

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