Ältere Mitarbeiter sollen gebunden werden: Bayer bietet 20 freie Tage zusätzlich

Ältere Mitarbeiter sollen gebunden werden : Bayer bietet 20 freie Tage zusätzlich

Während der Konzern in der Chemiesparte aktuell sogar Personal abbaut, will er insgesamt die Leute halten und im Alter entlasten.

Der Betriebsrat des Bayer-Konzerns hat gestern ein Maßnahmenpaket öffentlich gemacht, das den Auswirkungen des demografischen Wandels mit weitreichendem Abbau von Belastungen für die Arbeitnehmer entgegenwirken soll. Rund 20 000 Tarifbeschäftigte und Leitende Mitarbeiter der Bayer AG, ihrer Teilkonzerne und Servicefirmen können ab dem kommenden Jahr bezahlte Auszeiten für die Pflege von nahen Angehörigen in Anspruch nehmen. Darüber hinaus erhalten tariflich angestellte Mitarbeiter ab dem 57. Lebensjahr zusätzliche 20 freie Arbeitstage — insgesamt können Bayer-Beschäftigte bis zu 30 freie Tage zusätzlich zum Tarifurlaub geltend machen, ab 63 Jahren noch mehr.

Bayer-Gesamtbetriebsratsvorsitzender Thomas de Win stellte gestern heraus, die Regelung beinhalte "vollen Entgeltausgleich" und werde aus dem tariflichen Demografiebeitrag finanziert. Der war im vergangenen Jahr vereinbart worden und sieht vor, dass Tarifmitarbeiter für die Jahre 2013 bis 2015 jeweils 200 Euro zahlen. Das Zusatz-Frei soll nicht als Urlaub, sondern in Form von über das Jahr verstreuten einzelnen freien Tagen genommen werden.

De Win nannte die Vereinbarungen, die von Unternehmensleitung und Gesamtbetriebsrat abgeschlossen wurden, zukunftsweisend: "Mit diesem Paket sind wir bundesweit ganz vorn."

Bayer-Personalvorstand und Arbeitsdirektor Michael König fügte hinzu: "Der demografische Wandel mit einer älter werdenden Belegschaft und dem Rückgang von Nachwuchskräften stellt Unternehmen und Beschäftigte vor besondere Herausforderungen." Mit der neuen Vereinbarung könnten Mitarbeiter ihre Lebensarbeitszeit mit Blick auf familiäre und persönliche Notwendigkeiten jetzt deutlich individueller als bisher gestalten. So können etwa Beschäftigte, die nahe Angehörige pflegen müssen, neben einer umfassenden professionellen Beratung auch eine zehntägige vom Unternehmen bezahlte Auszeit für jeden akuten Pflegefall in der Familie in Anspruch nehmen.

Die wegfallende Arbeitszeit soll durch die Übernahme von Auszubildenden und Einstellung externer Kräfte ausgeglichen werden.

(RP)