Bayer-Betriebsrat Oliver Zühlke fordert Einhaltung von Jobzusagen nach Monsanto-Deal

Monsanto-Deal : Bayer-Betriebsrat pocht auf Einhaltung der Zusagen

Der bislang teuerste Zukauf eines deutschen Unternehmens ist perfekt: Bayer übernimmt Monsanto. Im Interview mit unserer Redaktion pocht Bayer-Gesamtbetriebsratschef Oliver Zühlke auf die Einhaltung der Zusagen zu Beschäftigung und Standorten.

In Kürze soll die Monsanto-Übernahme perfekt sein. Sind Sie als Chef des Gesamtbetriebsrats von Bayer erleichtert?

Oliver Zühlke Gut, dass jetzt alle Ampeln auf grün stehen. Viele Kolleginnen und Kollegen mussten dafür Großes leisten, dem gebührt besondere Anerkennung. Wir sind sehr froh, dass mit dem anstehenden Closing die Unsicherheiten der letzten Monate vom Tisch sind.

Der Name Monsanto soll verschwinden. Beruhigt das die Bayer-Belegschaft?

Zühlke Für mich ist es selbstverständlich, dass das kombinierte Unternehmen den Namen Bayer trägt. Ich kenne das aus den letzten Zukäufen auch nicht anders. Unabhängig davon muss man die Fragen der Beschäftigten beider Unternehmen sehr sensibel aufgreifen und beantworten.

Der Bayer-Vorstand will ab dem Jahr 2022 Synergien von 1,2 Milliarden Dollar realisieren. Fürchten Sie, dass dies mit Jobabbau verbunden ist – in den USA oder in Deutschland? Was erwarten Sie vom Vorstand?

Zühlke Für Deutschland erwarte ich die Einhaltung und Fortschreibung der Zusagen des Vorstands zu Beschäftigung und Investitionen an den Standorten. Natürlich auch für die Divisionen außerhalb des Pflanzenschutzgeschäftes, damit Bayer auch Bayer bleibt! Dazu brauchen wir die Themen digitale Innovationen, Forschung Entwicklung und Produktion für die Zukunft von Arbeit bei Bayer in Deutschland.

Was erwarten Sie für die Umsetzung?

Oliver Zühlke ist Betriebsratschef bei Bayer. Foto: Bayer

Zühlke Wir bekommen ein riesiges Geschäft dazu. Das muss in den Funktionen unterstützt und organisiert werden. Hierzu erwarte ich eine Debatte auch um neue Aufgaben und nicht nur über Synergien. Mehr Belastung auf den Einzelnen ist völlig inakzeptabel. Auch in einem Bayer mit Monsanto muss Gutes Arbeiten und zukunftsfeste Beschäftigung eine Maxime des Handelns bleiben.“

(anh)
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