1. Wirtschaft
  2. Unternehmen

Gespräche mit Gläubigern abgebrochen: Baukonzern Alpine muss Insolvenz anmelden

Gespräche mit Gläubigern abgebrochen : Baukonzern Alpine muss Insolvenz anmelden

Der österreichische Baukonzern Alpine steht vor der Pleite. Die Gespräche mit den Gläubigern über ein Rettungspaket wurden abgebrochen, ein Insolvenzantrag steht unmittelbar bevor, wie Alpine am Dienstagabend mitteilte.

Die Geschäftsführung bereite "ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung vor und wird die Verfahrenseröffnung umgehend beantragen", hieß es in der Pflichtmitteilung.

Die Wiener Börse hat nach der Insolvenzankündigung den Handel mit Anleihen des Baukonzerns ausgesetzt. Die Orders würden gelöscht und müssten neu erteilt werden, teilte die Wiener Börse am Mittwoch mit.

Auf Grundlage eines von Restrukturierungsberatern erstellten Konzeptes soll versucht werden, einen Teil des Konzerns und der damit verbundenen Arbeitsplätze zu retten. Erst im März hatte sich Alpine auf einen Rettungsplan mit seinen Gläubigern und der spanischen Mutter FCC geeinigt.

Damals hatte FCC 250 Millionen Euro eingebracht, die Gläubiger hatten auf Forderungen über insgesamt 150 Millionen Euro verzichtet. Doch wegen des schleppenden Verkaufs der Töchter Alpine-Energie, der Sanierungsbautochter Hazet und der Spezialtiefbau-Tochter benötigt der Baukonzern zusätzliche Unterstützung.

Von dem Verkauf der Töchter hatte sich Alpine einem Insider zufolge einen Erlös von mehreren Hundert Millionen Euro erhofft.

Alpine, der nach eigenen Angaben zweitgrößte Baukonzern Österreichs, ist im vergangenen Jahr unter anderem wegen der mauen Baukonjunktur und Verzögerungen bei wichtigen Projekten in Schieflage geraten. Allein bei seinen Anleihegläubigern steht Alpine mit 290 Millionen Euro in der Kreide.

(REU/csr)