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104 Londoner wollen Geld von Commerzbank: Banker fordern 52 Millionen Euro Boni

104 Londoner wollen Geld von Commerzbank : Banker fordern 52 Millionen Euro Boni

Der Vorstandsvorsitzende der Commerzbank, Martin Blessing, muss wahrscheinlich in Kürze vor einem Londoner Gericht aussagen. In dem Prozess geht es um leistungsabhängige Boni, die die Commerzbank 104 Investment-Bankern im Jahr 2008 mündlich versprochen haben soll.

Die Banker forderten deshalb insgesamt 52 Millionen Euro nach, sagte eine Commerzbank-Sprecherin am Montag in Frankfurt am Main. Die Verhandlung beginnt am Mittwoch, dann noch ohne Blessing.

Erste Zeugen für das auf vier Wochen angesetzte Gerichtsverfahren würden vermutlich an diesem Freitag oder am kommenden Montag auftreten, sagte Clive Zietman von der Anwaltsfirma der Kläger, Stewarts Law in London. Die Aussagen prominenter Zeugen wie etwa des früheren Dresdner-Kleinwort-Chefs Stefan Jentzsch oder des Commerzbank-Chefs Martin Blessing würden vermutlich frühestens in zwei Wochen anstehen.

Die Kläger stützen sich auf eine Zusage aus dem Jahr 2008. Damals sei von Dresdner Kleinwort ein Bonus-Topf von insgesamt 400 Millionen Euro zugesagt worden, um die Banker, die teilweise zu kündigen drohten, zu halten. Die Bank hatte die Zahlungen dann aber rapide gekürzt oder ganz gestrichen. Als Grund waren die Auswirkungen der Finanzkrise angegeben worden. Die Commerzbank hatte sechs Milliarden Euro Hilfe des deutschen Staates in Anspruch nehmen müssen, um diese zu überstehen.

Die Commerzbank wehrt sich gegen die Forderungen. Im Prozess werde man darlegen, dass die Dresdner Bank seinerzeit wegen der "wesentlichen Verschlechterung der Ergebnissituation ihrer Investmentbank zum Jahresende 2008" berechtigt gewesen sei, die variable Vergütung der Dresdner-Kleinwort-Mitarbeiter für das Geschäftsjahr 2008 zu reduzieren, hatte Commerzbank-Sprecherin Margarita Thiel gesagt.

(APD/dpa)