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Gericht verbietet Arbeitsniederlegungen: Bahnverkehr läuft wieder an - Streiks beendet

Gericht verbietet Arbeitsniederlegungen : Bahnverkehr läuft wieder an - Streiks beendet

Berlin (RPO). Das Arbeitsgericht Mainz hat bundesweite Warnstreiks der Lokführergewerkschaft GDL untersagt. Daraufhin haben die Lokführer der Bahn ihren Streik am Dienstagvormittag vor Ablauf der selbst gesetzten Frist beendet.

Lokomotivführer in München und Hamburg erklärten, sie hätten die Anweisung bekommen, den Ausstand um 10.15 Uhr zu beenden. Ursprünglich sollte der Warnstreik bis 11.00 Uhr andauern.

Beobachter gingen davon aus, dass die Lokführergewerkschaft GDL entsprechende Anweisung gab, nachdem das Streikverbot des Mainzer Arbeitsgerichts rechtskräftig in der Gewerkschaftszentrale eingegangen war. Die GDL selbst war für eine Bestätigung zunächst nicht zu erreichen.

Nach einem gleichlautenden Urteil des Arbeitsgerichts Düsseldorf und dessen Zustellung am Morgen gegen 08.00 Uhr, hatte die GDL ihren Streik bei der db regio in Nordrhein-Westfalen kurz nach Beginn wieder abgebrochen.

Wie die Bahn auf ihrer Webseite vermeldet, sind die Warnstreiks in den meisten Bundesländern beendet. Arbeitsniederlegungen werden noch gemeldet aus: Brandenburg, Saarland, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern sowie aus Schleswig-Holstein.

In den übrigen Bundesländern läuft der Bahnverkehr zur Stunden wieder an, es wird aber noch bis zum Nachmittag mit Behinderungen gerechnet.

Das vom Arbeitsgericht Mainz ausgesprochene Streikverbot gilt solange, bis in einem Hauptsacheverfahren zur Streikberechtigung der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) eine Entscheidung gefallen ist.

Dies bedeutet, dass die Lokführer die am kommenden Freitag stattfindenden Verhandlungen der Bahn mit der GDL nicht mehr mit Arbeitsniederlegungen beeinflussen dürfen. Die GDL verlangt bis zu 31 Prozent mehr Gehalt, vor allem aber einen eigenen Spartentarifvertrag, was die Bahn bislang strikt ablehnte.

Wie ein Bahnsprecher mitteilte, hatte der Ausstand der Lokführer am Dienstagvormittag zum Teil erhebliche Auswirkungen auf den Zugverkehr. Betroffen waren nach diesen Angaben der S-Bahn- und Nahverkehr im Rhein-Main-Gebiet, in Berlin, Leipzig, Hannover, Stuttgart, Hamburg sowie in der Region Rhein-Neckar. Im Fernverkehr seien in Hessen einige Züge ausgefallen, außerdem in Berlin, Hannover und Hamburg. Auch in München standen die S-Bahnen um 10.00 Uhr noch still.

Eine GDL-Sprecherin teilte mit, dass die Arbeitsniederlegungen bei der db regio in Nordrhein-Westfalen sofort eingestellt worden seien, nachdem das Arbeitsgericht Düsseldorf den Streik per Einstweiliger Verfügung untersagt hatte und das dortige Urteil bei der Gewerkschaft eingegangen sei.

Die Sprecherin erklärte, dass die bundesweiten Arbeitsniederlegungen sofort beendet würden, wenn die Mainzer Entscheidung bei der Gewerkschaft in Frankfurt eingegangen sei.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Bahnstreiks - an diesen Bahnhöfen ging nichts mehr