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Unwetter beschädigen Oberleitung: Bahnstrecke Berlin-Hamburg unterbrochen

Unwetter beschädigen Oberleitung : Bahnstrecke Berlin-Hamburg unterbrochen

Wieder einmal wirbelt das Wetter den Bahn-Fahrplan durcheinander: Wegen Unwetterschäden ist die Bahnstrecke zwischen Berlin und Hamburg seit Dienstagnachmittag teilweise gesperrt. An einem Gleisabschnitt bei Nauen (Brandenburg) sei die Oberleitung beschädigt, sagte ein Bahnsprecher.

Zehntausende Reisende waren nach Bahnangaben betroffen. Sie seien eineinhalb bis zwei Stunden länger unterwegs gewesen, weil die Fernzüge über Stendal und Magdeburg umgeleitet wurden. Der Regionalverkehr sei durch Busse ersetzt worden. Erst am Mittwochmorgen sollte die Strecke über Nauen wieder in Betrieb gehen.

Am frühen Nachmittag hatte nach Bahnangaben eine Windhose mehrere große Bäume zwischen Nauen und Paulinenaue westlich von Berlin auf die Gleise stürzen lassen. Räumkräfte rückten aus, um die Bäume zu zersägen und abzutransportieren. Mit einem Reparaturtriebwagen sollten Techniker die Oberleitung an mehreren Stellen wieder richten, sagte ein Bahnsprecher.

Unwetterschäden brachten zeitweise auch den Verkehr auf den Regionalstrecken Oranienburg-Löwenberg nördlich von Berlin und Neustrelitz-Waren/Müritz in Mecklenburg-Vorpommern zum Erliegen.
Fahrgäste mussten in Busse umsteigen. Die Bahn gab diese Strecken am Nachmittag wieder frei.

WCs sollen sauberer werden

Immerhin gibt es auch gute Nachrichten für Reisende: Die Toiletten in den ICE-Zügen der Deutschen Bahn sollen sauberer werden. Die Reinigungskolonne, die auf der Fahrt die Toiletten putzt, wird um 50 Beschäftigte auf 250 aufgestockt, wie der Vorstandsvorsitzende DB Fernverkehr, Berthold Huber, am Dienstag in Frankfurt ankündigte.

Die Mitarbeiter sollen zugleich stärker entsprechend der Zugauslastung eingesetzt werden. Damit würden die Toiletten in besonders gefragten Bahnen mindestens zweimal und damit doppelt so oft auf der Fahrt gereinigt wie bisher. Die sogenannten Unterwegsreiniger tragen rote T-Shirts.

Der Fahrgastverband Pro Bahn und die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) lobten die Initiative, wiesen aber zugleich auf andere Probleme hin. "Neben den kaputten oder dreckigen Toiletten gibt es tagtägliche Kundenbeschwerden vor allem über die Klimaanlagen und Verspätungen", sagte Pro-Bahn-Bundessprecher Gerd Aschoff. Im Regionalverkehr versuche die Bahn, Reinigungsarbeiten an bahnfremde Unternehmen zu vergeben, "ein eindeutiger Verstoß gegen bestehende Tarifverträge", kritisierte EVG-Vorstandsmitglied Klaus-Dieter Hommel laut Mitteilung.

Die Bahn investiert in das neue Konzept für ihre ICE-Züge zusätzlich rund drei Millionen Euro pro Jahr und gibt damit insgesamt mehr als acht Millionen Euro für saubere Toiletten im Fernverkehr aus. Auf den Fahrpreis werde sich das nicht niederschlagen, versprach Projektleiter Martin Brandenbusch. "Saubere Toiletten in unseren Zügen sind ein Muss", sagte Huber. "Das wird von den Kunden erwartet. Wir sind bisher hinter ihren Erwartungen zurückgeblieben." Er rechnet damit, dass künftig 75 Prozent statt bislang 50 Prozent der Fahrgäste mit der Sauberkeit der Toiletten zufrieden oder sogar sehr zufrieden sein werden.

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Neben den sogenannten Unterwegsreinigern fahren nach wie vor auch rund 200 mobile Techniker in den Fernverkehrzügen mit. Sie reparieren etwa Kaffeemaschinen, aber auch defekte Toilettenpumpen.

Die Bahn sei mit ihren Klimaanlagen bislang besser durch den Sommer gekommen als in den beiden Vorjahren, sagte Huber. Einer von mehreren Gründen sei der Austausch aller Klimaanlagen in den 44 ICE-2 Zügen, der jetzt abgeschlossen werde. Die Zugbegleiter achteten aber auch darauf, dass die Reisenden in einen kühlen Wagen umzögen, wenn es zu heiß werde. "Meistens fallen nur einzelne Wagen aus."

Sorgenkind seien die teils 40 Jahre alten IC-Reisewagen, in denen sich die Klimaanlagen wegen Überlastung auch mal ausschalteten. Bei dem geplanten Umbau der Wagen solle dies auch behoben werden.

Hier geht es zur Infostrecke: Verspätungen und Störungen - was die Deutsche Bahn aufhält

(dpa)