Tarifverhandlungen ohne Ergebnis: Bahn und EVG "liegen Welten auseinander"

Tarifverhandlungen ohne Ergebnis : Bahn und EVG "liegen Welten auseinander"

Die Tarifverhandlungen zwischen der Deutschen Bahn und der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) haben am Mittwoch keine konkreten Ergebnisse gebracht.

Die EVG habe "überraschend" mehr als "ein Dutzend zusätzlicher Forderungen" erhoben, erklärte die Bahn in Frankfurt am Main. Am 23. Januar wollen die Tarifpartner ihre Verhandlungen weiterführen.

Regina Rusch-Ziemba, die Verhandlungsführerin der Gewerkschaft, zeigte sich enttäuscht: "Wir liegen Welten auseinander", erklärte sie nach der Verhandlungsrunde. Die Bahn habe sich nicht auf die EVG zubewegt. Die EVG fordert für ihre Mitglieder sechs Prozent mehr Lohn, mindestens aber 150 Euro mehr pro Monat. Die Bahn hat der EVG bislang eine Einmalzahlung von 510 Euro für das Jahr 2014 und ein Gehaltsplus von fünf Prozent bis Ende Dezember 2016 vorgeschlagen.

Die Bahn kritisierte, dass die EVG mehrere neue Forderungen eingebracht habe wie etwa zu Schichtplanung, Arbeitszeit und Urlaub. Diese müssten nun bis zum nächsten Verhandlungstermin bewertet werden.

Anders als die mit ihr konkurrierende Gewerkschaft Deutscher Lokführer (GDL) verzichtete die EVG in diesem Tarifkonflikt bisher auf Streiks. Zumindest bis Ende Januar wird dies laut EVG auch so bleiben. Dann werden der EVG-Bundesvorstand und die zuständige Tarifkommission nach Angaben der Gewerkschaft über das weitere Vorgehen beraten. Am 23. Januar erwarte die EVG allerdings ein "deutlich verbessertes" Angebot der Bahn, erklärte die Gewerkschaft.

Die Bahn führt in der laufenden Tarifrunde parallel Verhandlungen mit EVG und GDL. Die nächste Gesprächsrunde mit der GDL ist am Montag geplant.

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(AFP)