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Schienenkartell-Mitglied Voestalpine zahlt: Bahn erhält 50 Millionen Euro Schadenersatz

Schienenkartell-Mitglied Voestalpine zahlt : Bahn erhält 50 Millionen Euro Schadenersatz

Die Deutsche Bahn erhält einem Zeitungsbericht zufolge erstmals Schadenersatz von einem Mitglied des Schienenkartells. Der österreichische Stahlkonzern Voestalpine zahle 50 Millionen Euro.

Dies berichtete die "Süddeutsche Zeitung" am Montag unter Berufung auf Berliner Regierungskreise. Ein Voestalpine-Sprecher bestätigte die Einigung mit der Deutschen Bahn. Über Details sei jedoch Stillschweigen vereinbart worden, sagte er.

Die am Schienenkartell beteiligten Firmen - neben Voestalpine unter anderem ThyssenKrupp - sollen jahrelang Preise für Schienen und Weichen abgesprochen haben. Ende vergangenen Jahres war die Bahn schließlich gegen einige der Firmen vor Gericht gezogen und hatte 550 Millionen Euro gefordert.

Die Klage richtet sich der Bahn zufolge gegen Gesellschaften von ThyssenKrupp, den tschechischen Hersteller Moravia Steel, Vossloh und gegen den ehemaligen Eigentümer der Vossloh-Tochtergesellschaft Stahlberg Roensch GmbH. Voestalpine war nach eigenen Angaben nicht davon betroffen.

Zuvor hatte das Bundeskartellamt den Firmen für ihre Absprachen bei Schienenlieferungen an die Deutsche Bahn bereits eine Strafe von insgesamt 124,5 Millionen Euro aufgebrummt. Der Löwenanteil entfiel mit 103 Millionen Euro auf ThyssenKrupp. Voestalpine hatte sich den Ermittlern als Kronzeuge angedient und musste damals 8,5 Millionen Euro bezahlen.

Der österreichische Konzern hatte für Bußgelder, Schadenersatzforderungen und die Schließung eines Schienenwerks in Duisburg insgesamt 205 Millionen Euro zurückgestellt. Ein separates - voraussichtlich kleineres - Verfahren wegen Absprachen bei Schienenlieferungen an Privatbahnen läuft noch.

(REU/csi)