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Hitze-Pannen in ICE-Zügen: Bahn-Chef Grube entschuldigt sich

Hitze-Pannen in ICE-Zügen : Bahn-Chef Grube entschuldigt sich

Hamburg (RPO). Bahn-Chef Rüdiger Grube hat sich für die Hitzepannen in ICE-Zügen entschuldigt. "Jeder Zug, der ausfällt, ist ein Zug zuviel", sagte Grube am Donnerstagabend in einem Interview.

Grube sagte den ARD-"Tagesthemen": "Ich entschuldige mich an dieser Stelle, denn das ist nicht das, was wir den Kunden liefern wollen". Die Deutsche Bahn habe gegenüber ihren Kunden ein "Leistungsversprechen" abgegeben, und dieses "Leistungsversprechen müssen wir auch einlösen". Grube zeigte sich zudem zuversichtlich, dass die Bahn die Herausforderungen meistern werde.

Zum angestrebten Börsengang der Bahn, der teils für die Probleme verantwortlich gemacht worden war, sagte Grube, diesen strebe er im Moment nicht an. "Ein Börsengang ist für mich kein Selbstzweck", sagte Grube in der ARD.

Ein Bösengang sei erst dann möglich, wenn der Unternehmenswert realisiert werden könne. "Das ist zur Zeit überhaupt nicht der Fall." Ohnehin habe er im Moment "keine Zeit", sich mit dem Börsengang der Bahn zu beschäftigen.

Der Bahn machen derzeit bei Teilen ihrer ICE-Flotte die hochsommerlichen Temperaturen Probleme: Die Klimaanlagen in ICE-2-Zügen sind nur für Temperaturen bis 32 Grad Celsius ausgelegt. Zu den Ausfällen führte offenbar, dass die Anlagen angesichts der Hitze zu lange unter Volllast liefen. Insgesamt mussten nach Angaben der Bahn rund 50 Züge gestoppt oder ausgesetzt werden.

Der Chef des Bundesverbands der Verbraucherzentralen, Gerd Billen, forderte derweil weitere Aufklärung. "Die Bahn muss schonungslos aufklären, wie es zu den Vorfällen kommen konnte", sagte Billen unserer Redaktion.

Das neue Entschädigungsangebot wertete Deutschlands oberster Verbraucherschützer als "positives Signal". "Es ist richtig, hier nicht kleinlich auf ärztliche Atteste zu bestehen. Jetzt kommt es darauf an, die Zahlungen auch unbürokratisch zu gewährleisten", sagte Billen.

(AFP/ddp/das)