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BaFin-Chef Felix Hufeld weist Kritik an Wirecard-Kontrollen zurück

Falsche Einstufung : BaFin-Chef weist Schlamperei-Vorwurf bei Wirecard zurück

Der Chef der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, Felix Hufeld, sieht die Kontrollbehörde im Wirecard-Skandal offenbar nicht in der Verantwortung: Laut Teilnehmerkreisen bei einer Sitzung des Verwaltungsrats verwies Hufeld auf die EZB.

Er habe wegen der Rechtslage gar nicht bei der Wirecard-Bilanzprüfung eingreifen dürfen, sondern sich auf die Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung (DPR) verlassen müssen, sagte Hufeld am Montag nach Angaben von Teilnehmern. Auch habe es nicht an der BaFin, sondern an der Europäischen Zentralbank (EZB) gelegen, dass Wirecard nicht als Finanz-Holding eingestuft wurde. Ohne diese Einstufung hatte die Finanzaufsicht vergleichsweise wenig Kontrollrechte über den Konzern.

Teilnehmern zufolge sagte Hufeld, die BaFin habe Wirecard ursprünglich als Finanz-Holding eingestuft. "Dann hat Wirecard einige Umstrukturierungen vofgenommen. Daraufhin hat die EZB Wirecard als Technologieunternehmen eingestuft und nur die Tochter als Bank", sagte Hufeld demnach. Die dem Finanzministerum untergeordnete BaFin steht wegen des Wirecard-Skandals massiv unter Druck, Hufeld kämpft um seinen Job. Mehrere Oppositionspolitiker haben auch personelle Konsequenzen bei der Behörde gefordert.

Die BaFin hatte die auch als auch "Bilanzpolizei" bekannte Deutschen Prüfstelle für Rechnungslegung (DPR) Anfang 2019 beauftragt, den Wirecard-Abschluss für das erste Halbjahr 2018 näher zu prüfen. Bis zur Wirecard-Pleite gab es noch kein Ergebnis. Der Bund hat als Konsequenz den Vertrag mit der DPR zum Ende 2021 gekündigt.

(anst/Reuters)