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Wirtschaftsprüfer sehen "erhebliches Risiko": Bad-Bank-Lösung droht zu scheitern

Wirtschaftsprüfer sehen "erhebliches Risiko" : Bad-Bank-Lösung droht zu scheitern

Düsseldorf (RPO). Die von der Bundesregierung geplante Bad-Bank-Lösung zur Auslagerung von sogenannten Problempapieren aus den Bilanzen der Banken droht laut eines Zeitungsberichts zu scheitern. Nach Einschätzung von Wirtschaftsprüfern sei das Modell nicht geeignet, die Bilanzen zu entlasten, berichtet das "Handelsblatt".

"Wir haben ein erhebliches Risiko, dass das Bad-Bank-Konzept in dieser Form nicht funktioniert", sagte das Geschäftsführende Vorstandsmitglied des Instituts der Wirtschaftsprüfer (IDW), Klaus-Peter Feld, dem Blatt. Dabei dürften die deutschen Banken Schätzungen zufolge rund 200 Milliarden Euro an toxischen Wertpapieren in ihren Büchern haben.

Beim Bad-Bank-Modell sollen die betroffenen Banken ihre toxischen Aktiva mit einem zehnprozentigen Abschlag vom Buchwert an Zweckgesellschaften, sogenannte Bad Banks, also "schlechte Banken" - übertragen können und erhalten im Gegenzug vom staatlichen Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (SoFFin) garantierte Anleihen, die von den Zweckgesellschaften begeben werden. Die Banken zahlen dafür Gebühren an den SoFFin.

Der wirtschaftliche Wert des eingereichten Papiers soll darüber hinaus um einen angemessenen Abschlag für weitere Risiken gemindert werden, die sich bis zum Ende der Laufzeit der Wertpapiere noch ergeben könnten.

Gegenwärtig müssen die Banken zum Quartalsende Abschreibungen auf die toxischen Papiere vornehmen, was seit Ausbruch der Finanzkrise zu einem stetigen Rückgang ihrer Eigenkapitalquote geführt hat. Das Eigenkapital, was hier "verzehrt" wird, steht nicht mehr für Kreditgeschäfte zur Verfügung und schwächt so zunehmend die Wirtschaft, da Investitionen gebremst werden.

(DDP)