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Bierbrauer erhalten Unterstützung: Auch Wasserfirmen warnen vor Fracking

Bierbrauer erhalten Unterstützung : Auch Wasserfirmen warnen vor Fracking

Hopfen, Malz, Hefe und Wasser braucht es für ein gutes Bier – von chemischen Zusätzen steht nichts im Reinheitsgebot von 1516, auf das sich deutsche Bierbrauer mit Stolz berufen. Das soll so bleiben: "Mein Auftrag ist es, die Sicherheit für die Brauereien zu gewährleisten", sagt Peter Hahn.

Hopfen, Malz, Hefe und Wasser braucht es für ein gutes Bier — von chemischen Zusätzen steht nichts im Reinheitsgebot von 1516, auf das sich deutsche Bierbrauer mit Stolz berufen. Das soll so bleiben: "Mein Auftrag ist es, die Sicherheit für die Brauereien zu gewährleisten", sagt Peter Hahn.

In einem Brandbrief hat sich der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Brauer-Bundes an sechs Ministerien gewandt und vor einer Verunreinigung des Trinkwassers gewarnt. Fast die Hälfte der 1339 Braustätten in Deutschland betreibt eigene Brunnen, um deren Sicherheit sie fürchten, sollte die Bundesregierung ein Gesetz zum "Fracking" beschließen. Immerhin werden bei dieser Form der Gasförderung Chemikalien unter die Erde gepumpt, um Gasvorkommen freizusetzen.

Dies könnte die Reinheit des Biers gefährden, sollten Teile der rund 380 Millionen Liter Frischwasser, die pro Jahr zum Brauen benötigt werden, verschmutzen, fürchten die Brauer. "Der Verbraucher erwartet auch in Zukunft, dass er bei unserem Bier reines Brunnenwasser ohne chemische Aufbereitung bekommt", so Hahn. Die Koalition solle von der Einbringung des Fracking-Gesetzesentwurfs absehen.

Die Bundesregierung hatte sich zuletzt auf einen Kompromiss geeinigt. SPD und Grüne wollen Fracking mit ihren Stimmen im Bundesrat verhindern.

Unterstützung bekommen die Bier-Brauer auch vom Verband Deutscher Mineralbrunnen. In einem Schreiben an die Mitglieder des Bundestages, das unserer Redaktion vorliegt, schreibt Geschäftsführer Stefan Seip stellvertretend für die 200 Mineralbrunnenbetriebe: Bedenken seien nicht aufgegriffen worden. "Wir haben nicht den Eindruck, dass das, was da beschlossen werden soll, hinreichend durchdacht und geprüft ist. Hier geht offenbar Schnelligkeit vor Sorgfalt."

Anders als Trinkwasser dürfe natürliches Mineralwasser zur Entfernung von Schadstoffen nicht aufbereitet werden, da es sonst die gesetzliche Anerkennung verlieren würde. Fracking könne "so zu einer existenzbedrohenden Gefahr für Mineralbrunnen werden". Der Verband fordert einen gesetzlichen Schutz von Mineralquellen und ihren Wassereinzugsgebieten. Das Fracking-Verbot der Regierung in Trinkwasserschutzgebieten reiche nicht aus. "Die meisten Mineralbrunnen liegen nicht in Trinkwasserschutzgebieten."

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Der Brauerverbands-Chef Peter Hahn geht noch weiter. Er fordert eine Gefährdungshaftung für Betriebe, die Fracking betreiben wollen, und eine Beweislastumkehr: "Wer Fracking betreibt, müsste dann im Schadensfall beweisen, dass er nicht falsch gehandelt hat."

Hier geht es zur Infostrecke: Diese Mineralstoffe sind im Wasser

(RP/pst)