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Nach Zwischenfall: Atomaufsicht befragt Mitarbeiter des AKW Krümmel

Nach Zwischenfall : Atomaufsicht befragt Mitarbeiter des AKW Krümmel

Kiel (RPO). Experten für Reaktorsicherheit haben in Kiel mit der Befragung von vier Mitarbeitern des Atomkraftwerks Krümmel begonnen. Sie sollen erklären, was sich nach dem Zwischenfall in dem AKW vor zweieinhalb Wochen abgespielt hat. Damals musste der Reaktor nach einem Brand an einem Transformator runter gefahren werden.

So soll nach Angaben des zuständigen Kieler Sozialministeriums zum einen die Frage beantwortet werden, warum es Kommunikationsprobleme zwischen den Bediensteten gab. Befragt würden unter anderen der Schichtführer und der Reaktorfahrer, zwischen denen es laut Betreiber Vattenfall zu einem Missverständnis gekommen war. Zum anderen sei zu klären, wie viele Leute zum Zeitpunkt des Zwischenfalls warum in der Warte gewesen seien, sagte Ministeriumssprecher Oliver Breuer in Kiel.

"Bislang sind wir davon ausgegangen, dass im Leitstand etwa zwei Dutzend Mitarbeiter anwesend waren", sagte Breuer. Üblich sind deutlich weniger. Im gesamten sechsstöckigen Gebäude haben sich laut Breuer 37 Mitarbeiter aufgehalten.

Zum Ort der Befragung sowie zum genauen Zeitpunkt wollten die Kieler Behörde und das BMU unter Hinweis auf den Schutz des Bedienungspersonals vor der Öffentlichkeit keine näheren Angaben machen. Mit Ergebnissen sei nicht vor 17 Uhr zu rechnen, sagte der Sprecher.

Das AKW Krümmel im schleswig-holsteinischen Geesthacht wurde nach einem Brand an einem Transformator am 28. Juni heruntergefahren. Nach Angaben der Betreibergesellschaft Vattenfall gab es neben anderen Komplikationen auch ein Missverständnis beim Bedienungspersonal. Zunächst hatte der Konzern eine persönliche Befragung der verantwortlichen Bediensteten verweigert und sich erst in der vergangenen Woche dem Druck von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel gebeugt. Am Freitag hatte Vattenfall in Kiel einen schriftlichen Zwischenbericht vorgelegt, in dem es neben Krümmel auch um den Zwischenfall im ebenfalls am 28. Juni abgeschalteten AKW Brunsbüttel geht.

(ap)