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Arbeitsminister Heil übt scharfe Kritik am Reifenhersteller Conti

Wegen geplanter Schließung des Aachener Werks : Arbeitsminister Heil übt scharfe Kritik am Reifenhersteller Conti

Arbeitsminister Hubertus Heil hat die geplante Schließung des Aachener Werks des Reifenherstellers Continental scharf kritisiert. Die Autobranche sei von der Corona-Krise hart getroffen. „Trotzdem habe ich kein Verständnis für ein radikales Jobabbau-Programm in diesem Bereich.“

„Das betrifft auch den Continental-Standort Aachen, der ja schwarze Zahlen geschrieben hat“, sagte Heil. „Ich erwarte von dem Unternehmen, dass es im Gespräch mit den Gewerkschaften Lösungen findet mit dem Ziel, möglichst viele Arbeitsplätze in Deutschland zu erhalten“, erklärte er. „Ich erwarte jetzt, dass man bei Continental nicht im Windschatten der Krise Entscheidungen trifft, die man möglicherweise vorher schon erwogen hat.“

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil und IG-BCE-Chef Michael Vassiliadis verlangten am Mittwoch eine engere Abstimmung. Angesichts der Dimension der vorgesehenen Kürzungen seien schon vorher Gespräche geboten gewesen, erklärten der SPD-Politiker und der Gewerkschaftsvorsitzende zur Lage bei dem Dax-Konzern. „Dafür ist es aber noch nicht zu spät“, meinte Weil.

In Nordrhein-Westfalen zeigte sich sein Kollege Armin Laschet (CDU) verärgert: „Die Art und Weise, wie die Continental AG die beabsichtigte Schließung des Reifenwerks kommuniziert hat, ist für die Landesregierung inakzeptabel“, sagte er dem „Handelsblatt“.

Continental will unter dem Druck des Strukturwandels in der Autoindustrie und der Corona-Absatzkrise weltweit 30 000 Stellen „verändern“, davon 13 000 in Deutschland. Dazu gehören neben Umschulungen von Mitarbeitern auch viele Streichungen oder Verlagerungen von Jobs. Am Dienstag war bekanntgeworden, dass der nach Bosch zweitgrößte Autozulieferer als weiteren Standort die Reifenproduktion in Aachen dichtmachen will. Es geht dabei um etwa 1800 Jobs.