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Aktuelle Zahlen der Arbeitsagentur: Arbeitslosigkeit steigt über Drei-Millionen-Marke

Aktuelle Zahlen der Arbeitsagentur : Arbeitslosigkeit steigt über Drei-Millionen-Marke

Die Arbeitslosigkeit ist im Januar jahreszeitlich bedingt weiter gestiegen und hat die Drei-Millionen-Marke wieder überschritten. Die Zahl der Arbeitslosen erhöhte sich im Vergleich zum Vormonat um 302.000 auf 3,082 Millionen, wie die Bundesagentur für Arbeit am Dienstag in Nürnberg mitteilte.

Die Quote legte um 0,7 Prozentpunkte auf 7,3 Prozent zu. Der Anstieg im Januar gegenüber dem Dezember habe rein jahreszeitliche Gründe, sagte der Chef der Bundesagentur, Frank-Jürgen Weise. Verglichen mit dem Vorjahresmonat ergab sich bei der Arbeitslosenzahl ein Minus von 264.000.

Nach Einschätzung von Fachleuten hat der starke Anstieg der Erwerbslosenzahl zum Jahresauftakt allein saisonale Gründe. Zum einen ruhe in den frostigen Wintermonaten vielerorts auf dem Bau, in der Landwirtschaft und in Gärtnereien die Arbeit. Zum anderen streiche der Handel nach dem Ende des Weihnachtsgeschäfts wieder Stellen. Auch andere befristete Arbeitsverträge endeten häufig am Jahresende, dieser Umstand lasse vorübergehend die Arbeitslosigkeit steigen.

In den Augen der von dpa befragten Konjunkturforscher und Bankenvolkswirte fällt der saisonale Anstieg in diesem Jahr dennoch deutlich geringer aus als in den Vorjahren. "Das liegt zum einen an dem vergleichsweise milden Winterwetter im Januar", erläutert Allianz-Arbeitsmarktexperte Rolf Schneider. "Zum anderen deutet sich an, dass die Konjunktur zum Jahresbeginn besser läuft als zunächst gedacht. Viele Unternehmen sind inzwischen wieder zuversichtlicher."

In guter Verfassung sieht derzeit auch der Experte des Münchner ifo-Instituts, Steffen Henzel, den Stellenmarkt: "Der ifo-Geschäftsklimaindex zeigt, dass die Unternehmen recht positiv in die Zukunft schauen. Das sollte sich auch auf dem Arbeitsmarkt auswirken."

Nach Einschätzung von Hypovereinsbank-Volkswirt Alexander Koch profitiert der Arbeitsmarkt derzeit auch von der wachsenden Überalterung der deutschen Gesellschaft. Dadurch sinke die Zahl der Menschen im erwerbstätigen Alter pro Jahr um 100.000 bis 150.000. Entsprechend weniger würden arbeitslos.

Auf jeden Fall sind nach Bundesagentur-Angaben die Jobchancen von Arbeitslosen schon lange nicht mehr so gut wie zum Jahresbeginn. Denn schon lange nicht mehr habe es so viele freie Stellen gegeben, berichtete die BA am Montag. Der Grund sei die stabile wirtschaftliche Situation in Deutschland.

Offene Stellen gibt es nach Bundesagentur-Angaben vor allem bei Zeitarbeitsunternehmen. Seit Monaten stammt jede dritte Stelle aus dieser Branche. Zusätzliche Kräfte suchten außerdem der Groß- und Einzelhandel, Bauinstallationsbetriebe, die Gastronomie, aber auch Kliniken, Pflegeheime und Pflegedienste sowie Sozialeinrichtungen.

Hier geht es zur Infostrecke: Was Arbeitslose in anderen Ländern bekommen

(dpa/dapd/sap)