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Continental: Arbeitnehmerseite will Druck erhöhen

Continental : Arbeitnehmerseite will Druck erhöhen

Hannover (rpo). Nach der Ankündigung, das Continental-Reifenwerk in Hannover-Stöcken schließen zu wollen, versucht die Arbeitnehmerseite, Druck auszuüben. Konzernchef Manfred Wennemer soll die Standortentscheidung revidieren. Der Gesamtbetriebsrat plant, die Betriebsvereinbarungen mit Coni zu überprüfen.

Die zehn Betriebsvereinbarungen sollen gegebenenfalls gekündigt werden, teilte die IG Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) am Mittwoch in Hannover mit. Würden die vereinbarten Kostensenkungsprogramme zurückgenommen, kämen auf das Unternehmen Mehrkosten von rund 42 Millionen Euro zu.

Man setze dies durchaus "als Drohung" ein, sagte die Conti-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Bärbel Bruns. Der IG-BCE-Konzernbetreuer für Conti, Peter Wind, betonte, Wennemer habe jeden Tag die Möglichkeit, seine Entscheidung zurückzunehmen, durch die 320 Beschäftigte in der Pkw-Reifenproduktion bis Ende 2006 ihren Arbeitsplatz verlieren würden. Er nannte es einen in der Gewerkschaftspraxis bislang "einmaligen Vorgang", dass möglicherweise Betriebsvereinbarungen auf breiter Front gekündigt würden.

Eine Entscheidung über die Standortentscheidung soll am 14. Dezember bei einer Aufsichtsratssitzung des Unternehmens in Hannover fallen. Zuvor soll es am 6. Dezember von 9.00 bis 15.00 konzernweite Betriebsversammlungen geben. Wind erwartete auch im Umfeld der Aufsichtsratssitzung Aktionen der Arbeitnehmer.

Wind zufolge hat Wennemer mit seiner umstrittenen Aussage, sich nur an Vereinbarungen zu halten, die er auch persönlich unterschrieben habe, klar gemacht, dass alle getroffenen Standortvereinbarungen für ihn "Null und nichtig" sind. Damit sei den bisherigen Standortvereinbarungen die Grundlage entzogen.

Bruns unterstrich, "wir haben uns an unseren Teil der Vereinbarung gehalten. Conti nicht." Die Arbeitnehmer hätten sich auf die geforderte Mehrarbeit ohne Lohnausgleich eingelassen und die Wirtschaftlichkeit des Standorts Stöcken nachweislich verbessert. Wind nannte Stöcken nur "das Vorspiel". Es sei den Mitarbeitern nicht mehr zuzumuten, zu verzichten und am Ende ohne Arbeitsplatz dazustehen.

(afp)