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Amazon kauft US-Versandapotheke PillPack

Übernahme von US-Versandapotheke : Amazon steigt in Medikamentenhandel ein

Amazon kauft die US-Onlineapotheke PillPack und steigt damit in den Arzneimittelversand ein. Drogeriemärkte geraten dadurch unter Druck - anders als in Deutschland verkaufen sie in den USA auch Medikamente.

Amazon kündigte am Donnerstag den Kauf des Unternehmens Pillpack an, das in allen 50 US-Bundesstaaten für Patienten deren rezeptpflichtige Medikamente zusammenstellt und ihnen zuschickt. Einen Kaufpreis nannte Amazon nicht. Bislang dominieren stationäre Ketten wie CVS und Walgreens den Verkauf von Medikamenten in den USA.

Amazon-Manager Jeff Wilke erklärte, Pillpack verbessere das Leben seiner Kunden beträchtlich, und dabei wolle Amazon helfen. Pillpack-Mitgründer TJ Parker begrüßte die Übernahme als Vorteil für sein Unternehmen. Die Aktienkurse von CVS und Walgreens sackten um jeweils knapp neun Prozent nach unten.

Der weltgrößte Online-Händler war wohl nicht der einzige Interessent: Im April hatte der Fernsehsender CNBC berichtet, PillPack stehe vor der Übernahme durch den Supermarkt-Riesen Wal-Mart. Der Preis liege unterhalb der Marke von einer Milliarde Dollar, hieß es damals unter Berufung auf informierte Personen. Wal-Mart baut gerade massiv sein Online-Geschäft aus, um Amazon Paroli zu bieten.

An der Börse wurde der Zukauf als Beginn einer Attacke von Amazon auf den Apotheken-Markt in den USA aufgenommen. Die Aktien der großen Drogerie-Ketten, die auch als Apotheken agieren, brachen ein. Die Papiere von Walgreens und CVS verloren zum Handelsstart am Donnerstag gut neun Prozent, der Kurs von Rite Aid sackte sogar um rund 13 Prozent ab.

(wer/dpa)