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Amazon-Chef Jeff Bezos: "Ich habe Milliarden Dollar in den Sand gesetzt"

Bezos gibt sich selbstkritisch : Amazon-Chef räumt "milliardenschwere Fehler" ein

Amazon ist der weltgrößte Onlinehändler - aber Erfolg ist damit nicht immer garantiert: Chef Jeff Bezos hat nun milliardenschwere Fehler bei der Führung des US-Versandhandelsriesen eingeräumt.

Sie seien aber der Preis für "kühne" Experimente, die auch zu großen Erfolgen führten, sagte er am Dienstag in New York. "Ich habe Milliarden Dollar bei Amazon in den Sand gesetzt. Aber mein Job ist es, die Leute zu ermuntern, kühn zu sein. Und wenn du kühne Wetten eingehst, führt das zu Experimenten. Experimente tragen das Scheitern schon in sich."

Ein paar große Erfolge machten aber "Dutzende und Dutzende von Sachen wett, die nicht funktioniert haben", sagte Bezos. Als Pleite hat sich etwa Amazons "Fire Phone" erwiesen. Die Kunden wollten das Smartphone nicht, die Abschreibung auf die Lagerbestände kostete Amazon im dritten Quartal 437 Millionen Dollar (351 Millionen Euro). Das "Fire Phone" kann seine Umgebung scannen und Produkte direkt im Onlineshop finden. Bezos sagte aber, es sei noch zu früh für ein abschließendes Urteil. "Manche Dinge brauchen Wiederholungen."

Fest überzeugt zeigte sich Bezos auch, dass Amazon profitabel sein könne. Das habe das Unternehmen bereits in der Vergangenheit gezeigt, sagte er. Amazon sei "eine Ansammlung mehrerer Unternehmen und Initiativen", einige seien profitabel, andere suchten noch nach ihrem Weg. Das erkläre auch die Schwankungen des Börsenkurses. Seit dem Rekordhoch von 407,50 Euro im Januar ist er um 20 Prozent gefallen.

Amazon sei ein großer Konzern, "aber in vielerlei Hinsicht sind wir auch ein Start-up", erklärte Bezos. Zu den neuen Initiativen gehört etwa die Idee, Post und Pakete per Drohnen auszuliefern. Hier gebe es nicht technologische, sondern regulatorische Hindernisse. Er persönlich investiere in Weltraum-Projekte, verriet Bezos: "Ich möchte Millionen von Leuten im Weltraum leben und arbeiten sehen."

(AFP)