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Hochwasser-Schäden: Allianz rechnet mit Auszahlung von 500 Millionen Euro

Hochwasser-Schäden : Allianz rechnet mit Auszahlung von 500 Millionen Euro

Für Deutschlands größten Versicherer Allianz wird das Hochwasser in Deutschland und den angrenzenden Ländern wohl nicht so teuer wie die "Jahrhundert-Flut" 2002. Der Münchener Konzern werde nach der Hochwasser-Katastrophe mehr als 500 Millionen Euro an seine Kunden auszahlen müssen, teilte die Allianz am Freitag nach einer vorläufigen Schätzung mit.

2002 hatte sie 710 Millionen Euro an die Versicherten ausgezahlt. Einen Teil der Belastungen kann die Allianz aber nach eigenen Angaben auf die Rückversicherer abwälzen. Sie selbst müsse nur rund 350 Millionen Euro tragen. Der italienische Versicherungskonzern Generali, der auch in Deutschland vertreten ist, rechnet mit 100 Millionen Euro versicherten Schäden. In Deutschland kommen auf die Versicherer nach Schätzungen des Branchenverbandes GDV Gesamtkosten zu, die über den 1,8 Milliarden Euro von 2002 liegen. Zu den am stärksten betroffenen Versicherern zählen neben der im Osten Deutschlands starken Allianz die süddeutschen Unternehmen SV SparkassenVersicherung und Versicherungskammer Bayern.

Eine genauere Prognose sei noch nicht möglich, sagte GDV-Präsident Alexander Erdland. "Erst wenn das Wasser abgelaufen ist, sind die Schäden sichtbar und können bewertet werden." Außerhalb Deutschlands - etwa in Österreich und Tschechien - verlief das Hochwasser nach Expertenschätzungen offenbar glimpflicher als 2002. Auch auf den weltgrößten Rückversicherer Münchener Rück kommen wohl geringere Belastungen zu als vor elf Jahren. Die Investmentbank J.P. Morgan erwartet für das zweite Quartal 250 bis 300 Millionen Euro, die die Münchener Rück für die Schäden in Deutschland an die Versicherer überweisen muss. 2002 waren es 400 Millionen Euro. Damals sei ein Großteil davon auf einen Rückversicherungsvertrag mit der Allianz entfallen, "und wir glauben, dass dieser Vertrag nicht mehr existiert", schrieb J.P.-Morgan-Analyst Michael Huttner. Insgesamt werde die Münchener Rück im laufenden zweiten Quartal Großschäden von 410 bis 580 Millionen Euro verkraften müssen. Das sei viel für das gewöhnlich schadenarme Frühjahr, weiche aber nicht dramatisch vom Budget ab, erklärte Huttner.

Die Münchener Rück selbst bekräftigte am Freitag, bis zu einer verlässlichen Schätzung werde es noch "Tage oder Wochen" dauern.

(REU/felt)