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Aldi Süd verpflichtet sich zu tierfreundlicher Firmenpolitik

Discounter : Aldi Süd verpflichtet sich zu tierfreundlicher Firmenpolitik

Der Discounter Aldi Süd verpflichtet sich zu mehr Tierwohl entlang der gesamten Lieferkette und hat sich dazu eine neue Einkaufspolitik verordnet. Darunter fallen unter anderem der Verzicht auf Hummer, Stopfleber und Kaninchenfleisch. Tierschutzorganisationen begrüßen den Schritt.

Sie gelte "sortimentsübergreifend" für alle Lebensmittel mit tierischen Rohstoffen wie Fleisch, Eier, Milch, Molkereiprodukte, Fisch und Meeresfrüchte, aber auch für Textilien, Schuhe und Kosmetik, teilte Aldi Süd am Donnerstag in Mülheim an der Ruhr mit. Der "Handlungsrahmen" für Mitarbeiter und Geschäftspartner nennt Maßnahmen und Ziele für tiergerechte und nachhaltige Haltungsbedingungen - etwa den Verzicht auf den Verkauf von Hummer, Stopfleber und Kaninchenfleisch und den "schnellstmöglichen Ausstieg" aus dem Schnabelkürzen bei Legehennen.

Aldi Süd beteiligt sich zum Beispiel an der Initiative Tierwohl, bei der Bauern seit Beginn dieses Jahres finanziell aus einem Fonds des Einzelhandels unterstützt werden, wenn sie die Haltung von Schweinen und Geflügel verbessern, wie das Unternehmen betonte. Von seinen Lieferanten erwarte der Discounter eine "proaktive Beteiligung" an Forschungsprojekten und bei der Entwicklung gemeinsamer Tierwohl-Standards.

Bei fleischhaltigen Produkten strebe der Discounter zudem eine "lückenlose Rückverfolgbarkeit" an. Kunden sollen etwa sehen können, in welchem Land oder in welcher Region ein Schlachttier aufgezogen wurde. Zur Kontrolle der Vorschriften gebe es "stichprobenartige" Prüfungen, "gegebenenfalls" gar unangemeldete Besuche.

Die Tierschutzorganisation Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt begrüßte die neue Einkaufspolitik des Discounters. Dass Aldi Süd seine auch schon bereits umgesetzten Maßnahmen schriftlich und öffentlich festhalte, erhöhe die Verbindlichkeit und erzeuge eine Signalwirkung für die Branche.

(AFP)