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Wirbel um Siemens: Aktionärsschützer fordern Cromme-Rücktritt

Wirbel um Siemens : Aktionärsschützer fordern Cromme-Rücktritt

Nach dem für Mittwoch angekündigten Aus für Siemens-Chef Peter Löscher haben Aktionärsschützer auch den Rücktritt von Aufsichtsrat-Chef Gerhard Cromme gefordert.

"Herr Cromme soll den Übergang an der Siemens-Spitze noch gut steuern und dann seine eigene Nachfolgeregelung in die Hand nehmen", sagte die Sprecherin der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), Daniela Bergdolt, der "Welt". Nur mit einem Wechsel auf den Chefsesseln von Vorstand und Aufsichtsrat habe Siemens wirklich die Möglichkeit für einen Neuanfang.

Einen Rücktritt Crommes forderte einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" vom Montag zufolge auch Löscher selbst. Der bisherige Vorstandschef wolle nur dann zurücktreten, wenn dies auch Cromme tue, berichtete die Zeitung unter Berufung auf Konzernkreise. Ansonsten wolle Löscher es auf eine Kampfabstimmung im Aufsichtsrat ankommen lassen. Der scheidende Konzernchef wirft Cromme demnach vor, von Diskussionen um seine eigene Position ablenken zu wollen. Cromme hatte im März nach Milliardenverlusten den Vorsitz des Aufsichtsrats bei ThyssenKrupp aufgegeben.

Ein Konzernsprecher wies diese Berichte am Montag zurück: Es sei falsch, dass Löscher seinen Posten nur räumen wolle, wenn zugleich auch Cromme zurücktrete, sagte der Sprecher der "Bild"-Zeitung vom Dienstag. Löscher selbst sagte dem Blatt: "Es geht mir ausschließlich um das Wohl von Siemens und der 370.000 Siemensianer, die zurecht stolz auf ihr Unternehmen sind."

Siemens hatte am Samstag mitgeteilt, dass der Aufsichtsrat am Mittwoch einen neuen Vorstandschef wählen will. Zahlreiche Medien berichten, dass der bisherige Finanzvorstand Joe Kaeser die besten Aussichten auf den Posten hat. Der Druck auf den 55-jährigen Löscher war nach einer Gewinnwarnung des Technologiekonzerns vom Donnerstag massiv gewachsen.

(AFP)