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Airbus: Was bedeutet ein Baustopp beim Großraumflugzeug A380?

Düsseldorf : Was ein A380-Baustopp für Airbus bedeutet

Das Großraumflugzeug A380 galt als Hoffnungsträger. Doch nun spricht das Management vom Projektende.

Haarrisse in den Flügeln, Ölgeruch in der Kabine, dazu ein Triebwerkschaden in luftigen Höhen — die Mängelliste bei Airbus' Riesenflugzeug A380 ist im Laufe der Jahre länger geworden. Dazu blieben die Verkaufszahlen des einstigen Vorzeigeprojekts weit hinter den Erwartungen. In London hat mit Finanzchef Harald Wilhelm nun erstmals ein führender Airbus-Manager angedeutet, dass künftig mit dem Bau Schluss sein könnte.

"Um die A380 zu retten, müsste Airbus signifikant bei den Bestellungen zulegen — auf 150 bis 200 Flugzeuge", sagt der Hamburger Luftfahrtexperte Heinrich Großbongardt unserer Zeitung. "Und zwar nicht für das jetzige Modell, sondern für eine modifizierte, sehr viel sparsamere Version mit verbesserten Triebwerken." Der Experte rechnet damit, dass das Projekt A380 im Jahr 2018 zu Ende sein wird, das Thema Großflugzeuge sogar für die nächsten 15 Jahre vom Tisch ist.

"Ein Flugzeug aus den 90er Jahren"

Doch wieso hat der Riesenvogel die Erwartungen derart enttäuscht, ist zeitlebens ein Nischenprodukt geblieben? "Die A380 ist ein Flugzeug aus den 90er Jahren", erklärt Großbongardt. "Damals waren Airbus und die Fluggesellschaft der Ansicht, man müsse dem Jumbo-Monopol der Amerikaner etwas entgegensetzen." Dass die Jumbos da aber schon Auslaufmodelle gewesen seien, habe wohl niemand sehen wollen. "Der Trend geht zu deutlich wirtschaftlicheren Maschinen mit nur zwei Triebwerken — die A350 oder die Boeing 777."

Auch die bereits angeschafften A380 entwickeln sich zu Ladenhütern, sagt Großbongardt. Das könne man bei angeschlagenen Gesellschaften wie Malaysian Airlines beobachten, die vergeblich Abnehmer für ihre Maschinen suche. Grund sei, dass die A380 nur dann wirtschaftlich sei, wenn sie eine hohe Sitzplatzauslastung habe. Das mache die Maschine so unflexibel.

Dass ein Ausstieg beim Projekt A380 Fertigungsstandorte wie Hamburg gefährden könnte, glaubt Luftfahrtexperte Großbongardt indes nicht: "Auch wenn die Hallen natürlich deutlich größer dimensioniert sind, wird dort weiter gefertigt werden. Zumal eine Abkehr von der A380 auch Ressourcen für weitaus wirtschaftlichere Flieger freisetzen wird." Airbus werde dadurch nicht in Schwierigkeiten geraten, weil die A380 auch dort ein Nischenprodukt geblieben sei. "Von insgesamt 6000 noch nicht ausgelieferten Airbus-Maschinen sind gerade einmal 170 vom Typ A380."

Hier geht es zur Bilderstrecke: Taufe vom A380 "Düsseldorf" am Flughafen

(RP)