Airbus steigt bei Mittelstrecken-Baureihe von Bombardier ein

Spektakuläre Annäherung : Airbus steigt bei Mittelstrecken-Baureihe von Bombardier ein

Mitten im Handelsstreit in den USA um Bombardier-Flugzeuge steigt der europäische Flugzeughersteller Airbus mehrheitlich bei der Mittelstrecken-Baureihe des kanadischen Herstellers ein.

Eine entsprechende Vereinbarung für die sogenannte Bombardier C-Series sei am Montag unterschrieben worden, teilten die Unternehmen in Toulouse und Montreal in der Nacht zum Dienstag mit.

Die Vereinbarung zwischen Airbus und Bombardier dürfte nach Angaben der Unternehmen die Herstellungskosten der C-Serie deutlich verringern. Außerdem könne Bombardier von den weltweiten Vertriebsstrukturen seines europäischen Partners profitieren. Airbus-Chef Tom Enders sprach von einer "Win-Win"-Vereinbarung. Er habe "keinen Zweifel, dass unsere Zusammenarbeit mit Bombardier die Verkäufe und den Wert dieses Programms enorm steigern werden", erklärte er. Airbus werde 50,01 Prozent der Gesellschaft halten. "Das ist genau die richtige Partnerschaft für Bombardier", sagte Konzern-Chef Alain Bellemare.

Enders sagte, die Gespräche für die Partnerschaft hätten im August begonnen. Eine Produktion der C-Baureihe von Bombardier in dem US-Werk von Airbus ist geplant. Aus dem Unternehmen hieß es, für die Partnerschaft solle kein Bargeld fließen, da Airbus seine Kapazitäten für Verkauf und Marketing einbringe.

Die spektakuläre Annäherung erfolgte vor dem Hintergrund eines Handelskriegs zwischen Bombardier und den US-Behörden. Diese haben dem kanadischen Konzern für den Verkauf der Flugzeuge CS100 und CS300 in die USA eine 80-prozentige Anti-Dumping-Steuer sowie einen Ausgleichszoll von 220 Prozent auferlegt. Der US-Flugzeugbauer Boeing wirft Bombardier vor, die C-Serie mit Hilfe staatlicher Subventionen zu bauen und die Maschinen billig in die Vereinigten Staaten zu verkaufen.

(sbl)