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Wachstum in China und Indien erhofft: Airbus fliegt Kurs Ost

Wachstum in China und Indien erhofft : Airbus fliegt Kurs Ost

Der europäische Flugzeugbauer Airbus setzt den Kurs in Richtung Osten. China und Indien - das sind die Länder, in denen die Wachstumsmärkte der Zukunft der liegen.

Bis 2031 wird dort die Zahl der Flugpassagiere um den Faktor 4,6 steigen, wie die Zukunftsforscher von Airbus berechneten. Also wird ein Großteil der 28.000 Passagier- und Frachtmaschinen, die in den nächsten 20 Jahren gebraucht werden, in diese Region gehen.

Dass sein Unternehmen von dieser Entwicklung massiv profitieren wird, steht für Airbus-Vorstand John Leahy außer Frage. Man könne die Frage stellen, ob sich die großen Flugzeughersteller Airbus und Boeing den Markt im Osten zu jeweils 50 Prozent teilen - oder ob das Rennen um den Verkauf von Flugzeugen in Asien 60:40 für Airbus ausgeht, sagte Leahy mit stolzgeschwellter Brust. Airbus hatte seine Prognose für den weltweiten Verkehr im Vergleich zum Vorjahr sogar noch leicht angehoben.

Noch keine Konkurrenz aus China

In den nächsten Jahren sei jedenfalls keine Konkurrenz aus der Region in Sicht - was allerdings nicht für alle Zeiten gelte. "In 20 Jahren werden wir einen ernstzunehmenden Konkurrenten aus China haben", prognostizierte Leahy. Sechs Milliarden der sieben Milliarden Menschen auf der Erde leben nicht in Europa, Nordamerika oder Japan, rechnete Leahy vor.

Während in Europa jeder Einwohner dreimal jährlich im Flugzeug sitze, komme in China nur ein Flug auf fünf Einwohner, in Indien gar ein Flug auf 20 Einwohner. Die Mittelklasse in den bisher noch armen Ländern des Ostens wird wachsen, mehr Menschen werden in die aus dem Boden gestampften Megacitys ziehen, so die Erwartung.

Im Kampf gegen den Wettbewerber Boeing war Airbus bereits vor wenigen Tagen in der Region ein Achtungserfolg gelungen. Die philippinische Fluglinie PAL orderte bei Airbus 54 Maschinen im Wert von 7 Milliarden US-Dollar (5,6 Mrd Euro). Boeing hatte seine Prognose bereits im Juli vorgelegt - und war auf ähnliche Ergebnisse gekommen.

In China, wo Airbus bereits ein Werk betreibt, hatte die EADS-Tochter Medienberichten zufolge auf den Abschluss eines Auftrages im Wert von 9 Milliarden Dollar über 100 Mittelstreckenflugzeuge gehofft. Immerhin 50 im Wert von 3,5 Milliarden Dollar sind es dann geworden. Außerdem wurde aus Anlass eines Besuches von Bundeskanzlerin Angela Merkel die Fortsetzung der Endmontage in dem Werk in Tianjin besiegelt.

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Streit über Kohlendioxid-Zertifikate

Nicht nur das zeigt, wie stark vermint das Gelände in China auch für die westlichen Hauptdarsteller in der Wachstumsbranche Luftverkehr ist. Derzeit tobt der Streit über Kohlendioxid-Zertifikate. Die EU fordert diese von asiatischen Fluggesellschaften, wenn diese mit ihren Maschinen in EU-Ländern landen und wieder starten. Die Asiaten empfinden das als europäischen Alleingang - und wollen höchstens für den vergleichsweise kurzen Streckenanteil innerhalb der EU zahlen.

Dabei beteuert Airbus, trotz immer mehr Flugzeugen am Himmel auch immer grüner zu werden. In den vergangenen zehn Jahren sei der Luftverkehr weltweit um 53 Prozent gestiegen, die dafür benötigte Menge an Treibstoff aber nur um drei Prozent. Leahy führt dies auf effizientere Flugzeuge wie den neuen Airbus 320 neo zurück.
Konkurrent Boeing hat als Spritsparer etwa die 737 max am Start. Und auch bei den Treibstoffen wird im Kampf gegen den steigenden Ölpreis immer weiter experimentiert - unter anderem mit Kerosin aus Algen. "Der grüne Schleim brennt gut, wir setzen darauf große Hoffnungen", sagte Leahy.

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(dpa)