Teil des Sparprogramms: Air Berlin streicht 900 Stellen

Teil des Sparprogramms : Air Berlin streicht 900 Stellen

Die verlustbringende Fluggesellschaft Air Berlin streicht bis Ende 2014 rund 900 Stellen. Auch betriebsbedingte Kündigungen seien nicht ausgeschlossen, teilte das Unternehmen am Dienstag in Berlin mit.

Die Stellenstreichungen sind demnach Teil des im November angekündigten Sparprogramms "Turbine", mit dessen Hilfe Air Berlin ab diesem Jahr wieder schwarze Zahlen schreiben will. Ziel sei es, in diesem und im nächsten Jahr insgesamt rund 400 Millionen Euro einzusparen.

Die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft will die Einsparungen auch erreichen, indem sie Flugzeuge verkauft: Die Flotte soll von derzeit 158 auf 142 Flugzeuge verkleinert werden. Auch die "Verschlankung" von Verwaltung und Arbeitsprozessen ist vorgesehen. Ziel sei es, Air Berlin "profitabel und somit nachhaltig zukunftsfähig zu machen."

Air Berlin will sich auf seine Kernmärkte Deutschland, Österreich und die Schweiz und profitable Strecken konzentrieren. Die Drehkreuze Berlin und Düsseldorf sollten ausgebaut und die Zahl der Flüge nach Mallorca erhöht werden. An anderer Stelle stehen Kürzungen an. "Das auf zwei Jahre angelegte Programm geht über alle Unternehmensbereiche hinweg", hieß es in der Mitteilung. Es schließe auch Beziehungen zu den Geschäftspartnern ein.

Das Sparprogramm hatte der ehemalige Chef von Airberlin, Hartmut Mehdorn, angekündigt. Umsetzen muss es sein Nachfolger Wolfgang Prock-Schauer, der vor einer Woche den Chefposten bei Deutschlands zweitgrößter Airline übernommen hatte.

An der Börse haben sich die Anleger offenbar an Nachrichten zu Sparmaßnahmen bei Air Berlin gewöhnt: Die im Kleinwertesegment SDax gelisteten Aktien lagen 0,6 Prozent im Plus bei 1,71 Euro.

Derzeit beschäftigt Air Berlin etwa 9300 Menschen und steht unter erheblichem finanziellen Druck. Die Fluggesellschaft hatte die Geschäftsjahre seit 2008 stets mit einem Verlust abgeschlossen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das ist Wolfgang Prock-Schauer

(AFP/rtr/jre)